Energiepreise sind Risiko für die Entwicklung der Weltwirtschaft
G7: Wachstumshoch trotz steigender Ölpreise

Nach Ansicht der G7-Staaten sind die Aussichten auf beschleunigtes Wachstum der Weltwirtschaft so gut, wie lange nicht mehr. Finanzminister Hans Eichel sieht deswegen keinen Anlass für eine Rücknahme der Wachstumsprognose.

HB BERLIN. Die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben wichtigsten Industrieländer (G7) sehen derzeit die Wirtschaftslage sehr positiv, sorgen sich aber um die aktuell hohen Ölpreise. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sagte nach dem Treffen mit den Vertretern aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Japan, Frankreich, Großbritannien und Italien am Wochenende in Washington, «es waren sich alle einig: in der Weltwirtschaft stehen alle Ampel auf Grün».

Die Europäer seien im Aufschwung Nachzügler, räumte der Minister ein. Da müsse noch etwas getan werden. «Die G7 sehen Deutschland mit der Agenda 2010 aber ganz ausdrücklich auf dem richtigen Weg.» Eine möglicherweise anstehende Rücknahme der Prognosen der sechs führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute ist nach Überzeugung Eichel noch kein Anlass für eine grundlegende Revision der Prognose der Bundesregierung. Der in Medienberichten genannte Wert von 1,5 Prozent Wachstum in diesem Jahr würde sich noch im Rahmen der Prognose der Regierung bewegen, sagte Eichel.

Als Resümee des Treffens nannten die Minister die Energiepreise als Risiko für die Entwicklung der Weltwirtschaft. «Die OPEC-Staaten müssen sich ihrer Verantwortung für die Weltkonjunktur stellen», mahnte Eichel und forderte die OPEC auf, die Öl-Förderung nicht zu drosseln.

Weiteres Ergebnis der Runde ist eine engere Zusammenarbeit bei der Terrorbekämpfung. Der illegale Bargeldschmuggel und Überweisungen über Untergrundbanken müssten bekämpft werden. Die G7-Länder wollen Länder wie Saudi-Arabien, Pakistan, Indien und Russland mit technischer Hilfe unterstützen. Die Siebenergruppe sprach sich für die finanzielle Unterstützung von Irak, Afghanistan und die palästinensischen Autonomiegebiete aus. Die Aussicht auf neue Arbeitsplätze könne dazu beitragen, die teils dramatische Sicherheitslage in diesen Ländern zu verbessern.

Gleichzeitig setzten die Minister sich dafür ein, die Überweisungen von Gastarbeitern in ihre Heimatländer billiger zu machen. Sie werden im Jahr auf rund 100 Milliarden Dollar geschätzt und machen etwa auf den Philippinen bereits einen Anteil von acht Prozent am Bruttoinlandsprodukt aus.

Im Anschluss an das G7-Treffen begann die Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank. Globalisierungskritiker demonstrierten in Washington gegen die Politik des IWF und der Weltbank. Sie kritisierten, dass die vorherrschende Finanz- und Wirtschaftspolitik einseitig die reichen Länder begünstige. Der von 184 Staaten gebildete IWF soll Mitgliedern bei der Überwindung von Zahlungsengpässen mit Krediten zur Seite stehen, während die Weltbank Entwicklungsprojekte in armen Ländern unterstützt.

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