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Energieverhandlungen: Teheran pokert um Gasfelder

Die politische Krise im Iran könnte sich zum Problem für europäische Energieunternehmen entwickeln. Denn in Verhandlungen um iranische Gasfelder geraten westliche Konzerne immer mehr ins Hintertreffen. Mit geschickten Verhandlungen versucht die Regierung in Teheran, europäische Energieriesen gegen die Konkurrenz aus China und Russland auszuspielen.

Irans Präsident Ahmadinedschad verhandelt mit Russlands Ministerpräsident Putin über die iranischen Gasfelder. Quelle: dpa
Irans Präsident Ahmadinedschad verhandelt mit Russlands Ministerpräsident Putin über die iranischen Gasfelder. Quelle: dpa

BERLIN. Für die Energiebranche steht in Iran viel auf dem Spiel. Die Regierung in Teheran versucht, westliche Konzerne gegen die Konkurrenz aus China und Russland auszuspielen.

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Nach Handelsblatt-Informationen hatte sich Anfang Mai der iranische Ölminister Gholam-Hossein Nozari mit dem Topmanagement des Pariser Total-Konzerns in Berlin getroffen, um die Beteiligung der Franzosen an einem der weltweit größten Energieprojekte unter Dach und Fach zu bringen. Total will sich am Phase-11-Projekt zur Erdgasförderung und -verflüssigung am gigantischen iranischen Erdgasfeld South Pars im Persischen Golf beteiligen. Gestern lehnte eine Total-Sprecherin in Paris mit Verweis auf die aktuelle Lage eine Stellungnahme ab. „Wir haben erst die Wahlen abgewartet, und jetzt warten wir ab, wie sich die Situation entwickelt,“ sagte sie.

Zwar übt die US-Regierung mit scharfen Sanktionsdrohungen Druck auf internationale Energiekonzerne aus, sich nicht in Iran zu engagieren. Doch auch der britisch-niederländische Energiemulti Shell sowie die spanische Repsol sind an einem Engagement bei South Pars interessiert. Nozari hatte beiden aber nur eine Frist bis 20. Mai eingeräumt, sich zu entscheiden, und führt seither die Verhandlungen mit Chinas Ölmulti CNPC. Die Chinesen wollen das Feld gemeinsam mit dem malaysischen Konzern Petronas führen, hatte Petronas-Chef Mohd Hassan Marican bestätigt.

Französische Medien hatten Anfang Juni unter Berufung auf die iranische Presseagentur IRNA berichtet, dass die Regierung am 3. Juni ein Abkommen mit der chinesischen CNPC über das Phase-11-Projekt geschlossen habe. Frankreichs Medien werten das als Niederlage für Total. Das Abkommen soll in Peking zwischen dem Generaldirektor des staatlichen Ölkonzerns NIOC, Seifollah Jashnsaz, und seinem chinesischen Kollegen von CNPC unterzeichnet worden sein.

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