Energieversorgung
China will Einsatz von Kohle zurückfahren

Es mag nicht nach viel klingen, ist aber ein Schritt in die richtige Richtung: China will den Anteil von nicht-fossilen Energieträgern an der gesamten Energieversorgung im kommenden Jahr um einen halben Prozentpunkt anheben. Dafür soll soll der Einsatz von erneuerbaren Energien gefördert werden, allerdings auch die Atomkraft.
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HB PEKING/SHANGHAI. China will den Einsatz von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen bei der Energieversorgung zurückdrängen. Im kommenden Jahr solle der Anteil von nicht-fossilen Energieträgern an der gesamten Energieversorgung um einen halben Prozentpunkt angehoben werden, sagte der Chef der Nationalen Energieagentur, Zhang Guobao, der Staatszeitung Renmin Ribao vom Montag. Dabei solle der Einsatz von Atomkraft und von erneuerbaren Energien gefördert werden. Bis 2020 will China insgesamt 15 Prozent seines gesamten Energiebedarfs aus Wind- und Wasserkraft oder anderen umweltfreundlichen Quellen gewinnen. Derzeit sind es etwa neun Prozent.

Zugleich sollen im kommenden Jahr kleinere Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von zehn Mio. Kilowatt geschlossen werden, sagte Zhang der Nachrichtenagentur Xinhua. Insgesamt würden seit 2006 kleinere Kraftwerke mit einer gesamten Kapazität von 55,45 Mio. Kilowattstunden geschlossen.

Zugleich will China die Erdgas-Versorgung verbessern. Nach den jüngsten Versorgungsengpässen in zahlreichen Städten kündigte Zhang einen landesweiten Ausbau der Erdgas-Speicher an. "Der Verbrauch von Erdgas steigt immer noch sehr schnell", sagte er laut Xinhua. Dagegen hinkten die Reserven sowie auch die Fähigkeit, Verbrauchsspitzen zu bewältigen, weit hinterher, erklärte Zhang demnach am Sonntag während eines Arbeitstreffens zur Energieversorgung. Ein Volumen nannte er nicht.

Seit Anfang des Monats sind Nord- und Zentralchina im Griff einer Kältewelle. Die Erdgas-Versorgung hat nicht Schritt halten können. Zu den betroffenen Städten gehören Wuhan und Xian. Auch das Transportwesen und die Industrie sind beeinträchtigt. In den ersten elf Monaten des Jahres stieg der Ergas-Verbrauch in China um elf Prozent zum Vorjahr, die Produktion jedoch nur um acht Prozent. Am 14. Dezember wurde eine Pipeline zwischen China und Turkmenistan in Betrieb genommen, die sechs Provinzen versorgen soll.

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  • Danke, schöner Hinweis für meine Diplomarbeit!

  • neu ist das china ee ausbauen will, nicht neu ist das china schon seit längeren planung und bau von kernkraftanlagen forciert, und das in einem weit größeren maße als wind, wasser oder solar.

  • Was fuer ein Wandel im Energiedenken China's!
    Vor noch wenigen Jahren belaechelten mich, den Deutschen, die Freunde vom power-supply bureau beijing, mit meinen "absurden" ideen zur nachhaltig-regenerativen Energiemixversorgung in China, als realitaetsferne Sichtweise eines "reichen Wessis".

    Nun, endlich, wird sukzessive angepackt, was China bereits drauf hat in diese Richtung. Naemlich, der beginnenden, stets auch besser am Markt finanzierbaren Massenproduktion sowie dem flaechendeckenden, nachfragewirksamen Angebot alternativer Energielieferanten im ganzen Lande.

    Nicht nur China wird seine -wachsenden- Dilemma, mit steigendem Energiehunger, selbst in entlegenen Provinzen, sowie den Ressourcenknappheiten und kruden Umweltschaeden damit Stueck fuer Stueck ablindern und nachhaltiger gestalten koennen.
    Auch der Rest der Welt wird, so sehe ich es, dadurch mit profitieren. Zum einen durch verbesserte Umweltsituationen in China-Asien, zum anderen durch den mgl. Export von -finanzierbarem- Equipment zur Herstellung regenerativer Energie auch in anderen Schwellen-, sowie Entwicklungslaendern.

    Sogesehen waere China's Tun mehr wert, als Schriftprotokolle auf Umweltgipfeln. Hauptsache China zieht die Massnahmen nun durch, und laesst die angekuendigten Reduktionsziele f.d. Zukunft dazu noch spuerbar anwachsen.

    Die Auffassungen der Kollegen aus d.chin. Stromwirtschaft, vor nicht einmal zehn Jahren, noch in meinen Ohren, und nun dazu der Vergleich zur heutigen Situation. Nun, ich habe ich da begruendete Hoffnung auf deutliche besserungen zu allen vorgen. Punkten, und schon f.d. nahe Zukunft.

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