Energieversorgung
EU muss 200 Milliarden in die Netze investieren

Europa muss seine veralteten Stromleitungen oder Gasröhren mit Milliardeninvestitionen modernisieren. Allein im Strombereich sollen etwa 45 000 Kilometer Leitungen neu gebaut oder modernisiert werden. Nur etwa die Hälfte der Investitionen sei von Privatunternehmen zu stemmen.
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HB BRÜSSEL. Bis 2020 müssten rund 200 Milliarden Euro in die Energienetze gesteckt werden, um eine sichere und klimaschonende Versorgung zu gewährleisten, erklärte EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Mittwoch in Brüssel. Allein im Strombereich sollen etwa 45 000 Kilometer Leitungen neu gebaut oder modernisiert werden. Nur etwa die Hälfte der Investitionen sei von Privatunternehmen zu stemmen. Oettinger will deshalb bis Sommer nächsten Jahres neue öffentliche Finanzierungsinstrumente vorschlagen.

Die Kommission will die EU-Mitgliedstaaten zu einer engen Zusammenarbeit bewegen, um die grenzüberschreitenden Netze auszubauen. Die drei Baltenstaaten sind etwa noch völlig ohne Anbindung an ihre EU-Nachbarn. Auch Spanien und Portugal sind eine Insel, was die Stromversorgung angeht. Bis 2012 sollen die Mitgliedstaaten Projekte von besonderem europäischen Interesse festlegen. Ein wichtiger Sektor ist der Aufbau von Windparks in der Nordsee, wo durch die Kooperation der zehn Anrainerländer Leitungskosten einzusparen wären. Auch müssen Speicher- und Transportkapazitäten für die umweltfreundliche Energie von der Küste geschaffen werden, damit Strom aus den Windmühlen im Norden Haushalte in süddeutschen Großstädten versorgen könnte.

Priorität bei der Gasversorgung haben die neuen Pipelines in Südosteuropa, um Gas aus der kaspischen Region beziehen zu können. In der Region gibt es drei konkurrierende Pipeline-Projekte von Unternehmen: Nabucco, Southstream und die trans-adriatische Pipeline TAP.

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