Enger Vertrauter
Bush nominiert Zoellick für Weltbank-Spitze

Der ehemalige US-Vizeaußenminister Robert Zoellick soll nach dem Willen von US-Präsident George W. Bush neuer Präsident der Weltbank werden und damit Nachfolger des umstrittenen Paul Wolfowitz. Auch wenn Zoellick wie dieser ein Weggefährte Bushs ist, so dürfte der neue Mann vor allem bei den Europäern doch wesentlich besser ankommen. Das hat seine Gründe.

HB WASHINGTON. Bush werde seine Entscheidung am Mittwoch bekannt geben und erwarte, dass sein Vorschlag vom Direktorium der Weltbank angenommen werde, sagte ein Vertreter der US-Regierung am Dienstagabend in Washington. Das Gremium hat in der Vergangenheit noch nie eine Nominierung abgelehnt. Mehrere Mitglieder der Weltbank hatten aber nach der Gehalts-Affäre um Wolfowitz ein offeneres Auswahlverfahren der USA gefordert.

Wolfowitz hatte vor knapp zwei Wochen seinen Rücktritt zum 30. Juni angekündigt, nachdem der internationale Druck auf ihn stark zugenommen hatte. Er hatte sich bei seinem Amtsantritt nicht nur um die Versetzung seiner bei der Weltbank beschäftigten Lebensgefährtin gekümmert, sondern auch eine großzügige Gehaltserhöhung um 36 Prozent auf 180 000 Dollar (133 000 Euro) und eine garantierte Aufstockung von 8 Prozent pro Jahr für sie durchgesetzt.

Die Weltbank soll den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt weniger entwickelter Staaten durch Finanzhilfen, Beratung und technische Hilfe fördern. Sie vergibt jährlich Mittel in Höhe von rund 20 Mrd. Dollar. Weltbank-Chef ist in der Regel ein US-Amerikaner. Im Gegenzug stammt der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Schwester-Organisation der Bank, in der Regel aus Europa.

Bei der Nominierung von Wolfowitz im Jahr 2005 hatte Bush viele europäische Regierungen vor den Kopf gestoßen, weil der damalige stellvertretende US-Verteidigungsminister bis dahin nur als Architekt des Irak-Kriegs bekannt war. Zoellick dagegen scheint besser anzukommen. US-Handelsminister Henry Paulson sagte, es gebe von mehreren Ländern positive Reaktionen auf die Nominierung des früheren Handelsbeauftragten. Auch nach Einschätzung der „Washington Post“ hat sich Zoellick das Vertrauen und den Respekt von vielen Regierungen in der Welt erworben. Paulson war von Bush mit der Suche nach einem Wolfowitz-Nachfolger beauftragt worden und hatte mit mehreren Staaten über den Kandidaten beraten.

Das Direktorium der Weltbank veröffentlichte am Dienstagabend eine Erklärung, in der der Name Zoellicks nicht erwähnt ist. Es sei wichtig, dass der neue Präsident Führungsqualitäten habe und Erfahrung in der Leitung einer großen internationalen Organisation, heißt es in dem Schreiben lediglich. Man sei darüber informiert worden, dass die USA einen Kandidaten nominieren wollten. Doch könne ein Vorschlag von jedem Exekutivdirektor gemacht werden, notierte das Direktorium.

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