Enrico Letta im Interview „Italien braucht keine Hilfe von Europa“

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„Die Steuerreform ist unaufschiebbar“

Was hat von allen Reformen für Sie die höchste Priorität?

Die Steuerreform  ist unaufschiebbar. Wir brauchen noch mehr Härte im Kampf gegen die Steuerhinterziehung und weniger Steuern für die, die investieren und  Arbeitsplätze für Jugendliche schaffen und mehr Steuern für die, der auf seinem Reichtum sitzt

Wo hakt es?

Das größte Problem Italiens bleibt das ungelöste Nord-Süd-Gefälle. Wir müssen von Deutschland das Zauberrezept importieren, mit dem das Land die Ost-West-Integration geschafft hat.“

Wie realistisch sind vorgezogene Neuwahlen schon in diesem Jahr, wie sie Berlusconi seit kurzem fordert?

Inzwischen sind wir am Ende der Legislaturperiode angelangt, es ändert also nicht viel, ob wir im Dezember oder im nächsten März  wählen gehen. Das wirklich wichtige Thema in diesem Zusammenhang ist die Reform des Wahlrechts, um den Bürgern die echte Macht der Entscheidung zurückzugeben, die ihnen durch das jetzige, von der Regierung Berlusconi eingeführte Gesetz genommen wurde. 

Glauben Sie, dass Monti auch an der Spitze der nächsten Regierung in Italien stehen wird?

Es wird um eine Auseinandersetzung zwischen zwei verschiedenen politischen  Alternativen gehen: Mitte-rechts angeführt von Silvio Berlusconi und Mitte-Links angeführt von meiner Partei, der PD mit dem Parteichef Pierluigi Bersani. Die Wähler werden entscheiden. Ich bin aber ganz sicher, dass Monti nicht als Professor an die Universität zurückkehren wird, sondern in den nächsten Jahren eine fundamentale Rolle in Italien spielen wird.

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18 Kommentare zu "Enrico Letta im Interview: „Italien braucht keine Hilfe von Europa“"

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  • Sie haben also noch immer die Illusion, dass es die EZB richten wird, oder? Nun, Wahnvorstellungen hat jeder mal.

    Und welche enormen Leistungen wurden vollbracht? Kürzungen der Löhne auf ein absolutes Minimum, was zu einem Exodus in mehreren Ländern führte? Auf sowas kann man sicherlich stolz sein.

    Oder bezieht sich das auf die nicht existente Regulierung der Banken, die sogar von Altpolitikern wie Genscher und Blüm gefordert wurden?

  • [+++Beitrag wurde von der Redaktion gelöscht+++]

  • Leider gehoeren gegenseitige Beschimpfungen zu den ueblichen, nationalen Vorurteilen. Sie sagen mehr ueber den Schimpfenden als ueber die Beschimpften aus. Zur Euro Sache selber: Zunaechst einmal profitiert Deutschland in der Krise durch extreme guenstige Refinanzierungen. Zum Zweiten sind Sparer zur Zeit nicht durch Inflation sondern durch die weltweit herschenden Niedrigzinsen betroffen. Zum Dritten: Jeder ordentliche Kaufmann weiss dass zu seinem Geschaeft nicht nur zufriedene Kunden gehoeren sondern insbesondere Kunden, denen es gut geht. Nicht auf Pump, sondern durch Leistung. Insofern muss es ein vorrangiges Bemuehen in Europa sein, die vielen, sicherlich noch primaer kulturell bedingten Hemmschwellen zu beseitigen, damit es Europa insgesamt besser geht.
    Das ist Aufgabe der Politik. Fraglos hat Europa in diesem Sinne bereits enorme Leistungen vollbracht. Die EZB kann hierzu begleitende Massnahmen ergreifen, rein im Sinne der Waehrungserhaltung wie von Asmussen formuliert. Leute, die das aufs Spiel setzen, wissen nicht, was sie erwartet. Sie koennen es auch nicht, sollten aber ahnen, dass, redet man die Waehrung kaputt, es allen schlechter geht.
    Es ist dehalb nicht nur sachlich falsch sondern unehrlich die jetzt anstehende Entscheidung der EZB mit der Situation in Italien der 70er und 80er Jahre zu vergleichen. Konditionalitaet zu Haushaltsmassnahmen und –ueberwachung war damals nicht gegeben, duerfte aber fuer die EZB und ihre Glaubwuerdigkeit entscheidend sein.
    Ich hoffe, Deutschland und Europa ersparen sich und der Welt das Chaos das bei einem Zerbrechen der Waehrung unweigerlich entstehen wuerde. Alle Scharfmacher haetten dann wesentlich dazu beigetragen.
    Cheers.

  • Wie kann man sich nur so abfällig verhalten? Ich hoffe es liegt an der Anonymität des Internet.
    Solche Aussagen sind unterste Schublade und man kann sich nur für euch schämen. Dieses Verhalten ist genauso verwerflich wie das der griechischen Presse gegenüber Merkel und genauso Ziel führend wie die Aussagen aus der CSU zu Griechenland!
    Das einzige was sie bewirken ist das sie Deutschland schaden!
    Wer sich schon für etwas Besseres hält als der Rest, der sollte sich erstmal auch besser ausdrücken können als der hinterletzte Gossenpöbel.
    Ich bin froh das Sie und ihre Freunde der ungepflegten Ausdrucksweise Deutschland nicht in der Welt und Europa vertreten, ich müsste mich sonst schämen Deutscher zu sein!

    @pedrobergerac
    Ihr System mag ja auf den ersten Blick toll klingen. Aber es hat weder direkt mit dem Thema zu tun noch kann es funktionieren. Die Hyperinflation in den 20ern hat dies gezeigt.

    Zum Interview möchte ich noch sagen:
    Ich bin froh dass auch außerhalb von Deutschland Politiker die Vereinigten Staaten von Europa anstreben. In letzter Zeit begann ich schon einen Gegenteiligen Eindruck zu bekommen. Nur frage ich mich ob wir auch alle das gleiche Bild von diesen Vereinigten Staaten von Europa haben?!
    Mir jedenfalls reicht fürs erste eine gemeinsame Außen-, Wirtschafts-, Verteidigungs- und Finanzpolitik. Die dann von einer Regierung gemacht wird die von einem europäischen Parlament kontrolliert wird das die Europäer gewählt haben. Die jetzige Form der Quasi-Diktatur eines Merkosy etc. ist untragbar auf Dauer!
    Und das ich besonders finde das der Teil der Finanzpolitik die dann im neuen Grundgesetz stehen stark deutsch geprägt sein sollen hat nur sekundär etwas damit zu tun das ich deutscher bin. Primär ist es leider die Skepsis die gegenüber aktuellen Regierungen in Europa und früheren in Deutschland hege.

  • @Gianni

    Geschichtsfälschung ist noch keine eigene Disziplin.

    Südtirol ist und war ...na, lieber Gianni deutschsprachig incl. Kultur etc. mit Allem Drum und Dran! [...]!
    Mafia ist ein italienischer Exportschlager!
    Monti ein EU/US-Banken-Vasalle!
    [...]
    +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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  • Nein, das "nazisti" tut mir in keinster Weise weh. Ich bin 1960 geboren und sehe absolut nicht ein, für das Handeln eines kleinen schnauzbärtigen Österreichers sofort in Schockstarre zu verfallen wenn das Wort Nazi fällt.

  • Und warum dieses ganze, grausame Theater?
    „Italien braucht keine Hilfe von Europa“

  • Im 19. Jahrhundert hat Deutschland was bitte verursacht? Meinen Sie den Beginn der Industrialisierung?

  • weil, wie im interview m.e. korrekt beschrieben, die anleiherenditen für italien die reale situation nicht widerspiegeln, sondern ergebnis von spekulation sind, um sich auf diese weise irgendwie hohe zinsen zu sichern. und schon die ankündigung der ezb, zum anleihekauf bereit zu sein, hat ja die renditen stark gedrueckt. wirdtatsächlich gekauft, ist sofort schluss mit der spekulation, weil dies zu riskant wäre. danach dann noch langsam alles wieder auflösen und die liquidität aus dem markt ziehen und die sache ist erledigt. und dann müssen natürlich massnahmen folgen, um das system nachhaltig zu stabilisieren.

  • Die PD sind die alten Kommunisten Italiens, zu Berlusconis Zeiten gewaschen und umbenannt, damit sie weiter an die extrem erträglichen Politjobs kommen. Wieso interviewt ausgerechnet das Handelsblatt so eine Type?

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