Enrico Letta: Italiens Regierungschef dankt ab

Enrico Letta
Italiens Regierungschef dankt ab

Am Donnerstag hatte er es angekündigt, nun ist es offiziell: Regierungschef Enrico Letta hat nach nur zehn Monaten Amtszeit seinen Rücktritt eingereicht. Sein Parteifeind Matteo Renzi läuft sich als Nachfolger warm.
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RomDer italienische Regierungschef Enrico Letta ist offiziell zurückgetreten. Das teilte das Amt von Staatspräsident Giorgio Napolitano am Freitag in Rom mit. Letta hatte seinen Rücktritt nach einer nur zehnmonatigen Amtszeit am Donnerstag angekündigt. Er hatte zuvor in einem parteiinternen Machtkampf mit seinem Herausforderer Matteo Renzi den Kürzeren gezogen. Renzi hat versprochen, rasche und umfassendere Reformen einleiten zu wollen.

Napolitano will am Freitag und Samstag die Parteien konsultieren, wobei Renzi, Vorsitzender der größten Regierungspartei PD (Partito Democratico) und Bürgermeister von Florenz, der Favorit für den Posten des Regierungschefs ist. Die beiden Oppositionsparteien M5S (Bewegung Fünf Sterne) und Lega Nord kündigten an, die Konsultationen boykottieren zu wollen: Das sei eine außerparlamentarische Krise, Letta solle sich im Parlament erklären.

Renzi hat sich einen Namen als radikaler „Verschrotter“ gemacht. Der 39-Jährige hatte angekündigt, die alte Politikerkaste abschaffen zu wollen. Auch gegenüber seiner eigenen Partei zeigte er sich gnadenlos. Seit seiner Wahl zum Vorsitzenden im Dezember verlangte er von Letta Reformen und zuletzt sogar, den Weg für eine neue Regierung freizumachen. Jetzt hat er sich durchgesetzt.

Seinem Ziel - dem Regierungspalast Chigi in Rom - dürfte er damit ganz nahe gekommen sein. Seinen Machtanspruch hatte er zuletzt noch einmal massiv untermauert. Doch für dieses radikale Vorgehen erntete der Aufsteiger aus der Toskana auch Kritik: Ihm wurde immer wieder vorgeworfen, nur seinen eigenen Ehrgeiz zu bedienen und sich illoyal zu verhalten. Einige Parteifreunde halten ihn zudem für einen Populisten und wollen seinen radikalen Reformkurs nicht mittragen.

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Renzi kommt vor allem bei jungen Italienern gut an

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