Entführer übermitteln Videoband
Entführer von US-Journalisten in Gaza stellen Ultimatum

Eine Extremistengruppe hat sich zu der Entführung zweier Reporter des US-Senders Fox im Gazastreifen bekannt und für deren Freilassung ein Ultimatum gestellt. Die USA kündigten an, nicht auf die Bedingungen einzugehen.

HB GAZA. Die bislang unbekannte Gruppe namens „Heilige Dschihad Brigaden“ erklärte am Mittwoch in einem Fax, die USA sollten binnen 72 Stunden „moslemische Gefangene“ freilassen. Die USA kündigten an, nicht auf die Bedingungen einzugehen und forderten eine sofortige Freilassung der beiden Männer. Auf einem ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten Videoband kamen die Geiseln selbst zu Wort: Es gehe ihnen gesundheitlich gut, sagte der Fox-Korrespondent Steve Centanni. Maskierte Bewaffnete hatten den US-Reporter am 14. August zusammen mit dem neuseeländischen Kameramann Olaf Wiig in Gaza-Stadt verschleppt.

In der Erklärung der Entführer hieß es: „Lasst frei, was ihr habt, dann werden wir freilassen, was wir haben.“ Unklar blieb, was nach Ablauf des Ultimatums mit den Journalisten geschehen würde. Die Erklärung enthielt auch Verse aus dem Koran.

Die radikal-islamische Hamas teilte mit, eine Gruppe namens „Heilige Dschihad Brigaden“ sei ihr unbekannt. Ein Hamas-Sprecher sagte, seine Organisation verurteile die Entführung von Ausländern und Journalisten und dringe auf die Freilassung der Männer.

Die USA erteilten den Forderungen der Entführer eine klare Absage. Die Regierung vertrete die Position, Terroristen gegenüber keine Zugeständnisse zu machen, sagte Micaela Schweitzer-Bluhm, Sprecherin des US-Konsulats in Jerusalem.

Auf dem Reuters zugespielten Video sind die Geiseln sprechend und nebeneinander sitzend zu sehen. „Wir sind am Leben und es geht uns gut“, sagte Centanni mit ruhiger, klarer Stimme. Sie seien gut behandelt worden. Der 60-Jährige ließ seine Freunde und Familie grüßen und bat darum, alles zu tun, damit er und sein Kollege bald frei kämen. Wiig forderte zu politischem Druck auf, sowohl im Gazastreifen wie auch im Westjordanland. „Dies würde von Steve und mir sehr begrüßt“, sagte der 36-Jährige. Die Geiselnehmer waren auf dem Video nicht zu sehen.

Das Video zeigte typische Merkmale von Geiselvideos militanter Extremisten im Irak. Auch die Wortwahl entsprach den religiösen Parolen irakischer Aufständischer.

Seit über einem Jahr hat es in dem palästinensischen Küstenstreifen keine Entführung mehr gegeben, die so lange gedauert hat. Die meisten Entführungen von Ausländern waren nach wenigen Stunden vorbei. Die Täter wollten mit den Geiselnahmen unter anderem oftmals die Freilassung von Familienmitgliedern aus palästinensischen Gefängnissen erreichen oder ihrer Forderung nach Arbeitsplätzen Nachdruck verleihen.

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