Entführer verlangten offenbar keine Gegenleistung
UN-Mitarbeitern in Afghanistan freigelassen

Die drei vor knapp einem Monat in Afghanistan entführten ausländischen UN-Wahlhelfer sind nach Angaben der afghanischen Regierung am Dienstag freigelassen worden. Sie seien gesund und an einem sicheren Ort, sagte Innenminister Ali Ahmad Dschalali in Kabul.

HB KABUL. Die in Afghanistan entführten UN-Mitarbeiter sind Regierungsangaben zufolge ohne Gegenleistung an die Geiselnehmer freigekommen. „Es wurden keine Gefangenen freigelassen, kein Geld gezahlt, keine Forderung der Entführer erfüllt“, sagte der afghanische Innenminister Ali Ahmed Dschalali am Dienstag in Kabul. „Und meines Wissens wurde auch von keiner anderen Seite Geld gezahlt“, fügte er hinzu. Damit wies er Angaben einer Gruppe zurück, die sich zu der Entführung bekannt und nach der Freilassung erklärt hatte, wie gefordert seien mehr als 20 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban aus der Haft entlassen worden.

Dschalali bezeichnete die Entführer als gewöhnliche Kriminelle. Er bezeichnete es aber als möglich, dass die Geiselnehmer im Auftrag der Moslem-Gruppe Dschaisch-e-Muslimin (Armee der Moslems) gehandelt hätten. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen, fügte er hinzu. Bei den Freigelassenen handelt es sich um zwei Frauen aus Nordirland und dem Kosovo sowie einen Diplomaten von den Philippinen. Sie waren als UN-Wahlhelfer ins Land gekommen und am 28. Oktober in Kabul entführt worden.

Die Wahlhelfer Annetta Flanigan aus Nordirland, die Kosovo- Albanerin Shqipe Hebibi und der philippinische Diplomat Angelito Nayan waren am 28. Oktober mitten in Kabul verschleppt worden. Die zuvor unbekannte Jaish-e-Muslimeen hatte zuletzt die Freilassung von radikalislamischen Rebellen gefordert und angedroht, die Geiseln andernfalls zu töten.

Nach Angaben des Innenministers wurden die Geiseln am frühen Morgen in der Hauptstadt Kabul freigelassen. Es sei dabei zu keinen Zusammenstößen gekommen, sagte Dschalali. Die britische BBC meldete dagegen unter Berufung auf offizielle afghanische Quellen, die Geiseln seien mit Militärgewalt befreit worden. Dabei seien einer der Geiselnehmer getötet und vier weitere schwer verletzt worden.

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