Entführte Schulmädchen
Nigeria bereit zu Gesprächen mit Boko Haram

Die nigerianische Regierung will mit Boko Haram über eine Freilassung der 209 entführten Schulmädchen verhandeln. Als Vorbedingung erwartet der Präsident eine glaubwürdige Führung der zersplitterten Terrorgruppe.

AbujaNigerias Regierung ist nach den Worten von Präsident Muhammadu Buhari bereit, mit der Islamistengruppe Boko Haram über die Freilassung von rund 200 Schülerinnen in der Gewalt der Extremisten zu verhandeln. Einzige Vorbedingung für die Gespräche sei es jedoch, dass die Regierung eine glaubwürdige Führung von Boko Haram vorfinde. Vorangegangene Verhandlungsversuche unter der früheren Regierung waren nicht zuletzt gescheitert, weil Beamte offenbar mit den falschen Ansprechpartnern der zersplitterten Gruppe in Kontakt getreten waren.

"Wir sind darauf vorbereitet mit einer glaubwürdigen Boko-Haram-Führung ohne Bedingungen zu verhandeln", sagte Buhari am Mittwoch anlässlich des Starts eines neuen Rundfunkprogramms, in dem sich die Regierung den Fragen von Bürgern stellt. Die Behörden hätten keine Informationen über das Schicksal der Kinder. Die Regierung erwarte eine Lebenszeichen von den Geiseln.

Die Islamisten hatten seit Anfang 2014 hunderte Frauen und Mädchen verschleppt, darunter auch mehr als 270 Schülerinnen einer Schule in Chibok im Nordosten Nigerias. Mehreren Dutzend Mädchen gelang später die Flucht. Seit einem im Mai 2014 veröffentlichten Video gibt es keine Informationen mehr über die Geiseln.

Boko Haram kämpft seit sechs Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 17.000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet, 2,5 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben.

In den vergangenen Monaten war es der nigerianischen Armee gelungen, Kämpfer von Boko Haram in ein im Nordosten des Landes gelegenes Waldgebiet abzudrängen und Hunderte Geiseln der Terrorgruppe zu befreien. Doch die im April 2014 aus einer Schule in der Stadt Chibok entführten Mädchen waren nicht unter ihnen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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