Entführte Soldaten
Israel bittet Deutschland um Hilfe

Zuletzt vor zwei Jahren hatte Deutschland einen Gefangenenaustausch zwischen der im Libanon operierenden Hisbollah-Miliz und Israel „gemakelt“. Nun werden die Berliner Vermittler-Dienste wieder gewünscht. In Düsseldorf trafen unterdessen hunderte von deutschen Libanon-Flüchtlingen ein.

HB JERUSALEM/DÜSSELDORF. Der Sprecher des israelischen Außenministeriums bat die Bundesregierung am Donnerstag um Mithilfe bei der Befreiung der beiden im Libanon verschleppten Soldaten. Deutschland spiele eine zentrale Rolle und habe bereits in der Vergangenheit eine konstruktive Rolle gespielt, wenn es um Geiselnahmen oder die Entführungen von Soldaten gegangen sei, sagte Jigal Palmor am Donnerstag im ZDF. „Es ist jetzt die Zeit, wo die gleichen Funktionäre aus Deutschland wieder tätig werden könnten“, sagte Palmor.

Die Bundesregierung hatte zuletzt vor zwei Jahren einen Gefangenenaustausch zwischen der radikalislamischen Hisbollah und Israel vermittelt. Zentrale Rollen spielten dabei der heutige Außenminister Frank-Walter Steinmeier und der jetzige Chef des Bundesnachrichtendienstes, Ernst Uhrlau. Damals waren mehr als 400 arabische Gefangenen im Austausch für die Freilassung eines israelischen Staatsbürgers und der Gebeine getöteter israelischer Soldaten freigekommen.

Auf dem Düsseldorfer Flughafen landete am Donnerstag ein weiteres Flugzeug mit 361 Flüchtlingen aus dem Libanon. Die Maschine aus der syrischen Hauptstadt Damaskus landete gegen 10.30 Uhr, wie die Fluggesellschaft LTU mitteilte. Der Flug fand im Auftrag des Auswärtigen Amtes statt. „Alle Passagiere sind erschöpft von den Strapazen, aber ansonsten geht es ihnen gut“, sagte LTU-Sprecher Marco Dadomo.

Laut LTU waren unter den 361 Passagieren 171 Kinder, 56 von ihnen Säuglinge. „Es sieht so aus, als ob das Auswärtige Amt jetzt bevorzugt Familien mit Kindern ausfliegt“, sagte Dadomo. Er berichtete von „chaotischen Zuständen“ auf dem Flughafen von Damaskus, der angesichts von Tausenden von Flüchtlingen völlig überlastet sei. Ein weiterer LTU-Flug aus Damaskus sollte Freitagvormittag in Düsseldorf eintreffen.

Angesichts der anhaltenden israelischen Luftangriffe auf den Libanon hat die EU-Kommission zehn Millionen Euro Soforthilfe für die Versorgung der Bevölkerung zugesagt. Kommissionspräsident José Manuel Barroso erklärte am Donnerstag bei einem Besuch in der finnischen Stadt Pori, die EU wolle ihre „Solidarität mit den Zivilisten zum Ausdruck bringen, die unter diesem furchtbaren Konflikt leiden“. Barroso hielt sich zu Gesprächen mit dem finnischen Ministerpräsidenten Matti Vanhanen in Pori auf. Finnland hat derzeit die rotierende EU-Ratspräsidentschaft inne.

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