Entführung dauert an
PKK-Geiseln sollen wohlauf sein

Die drei deutschen Geiseln der kurdischen Rebellenorganisation PKK sind nach einem Bericht des ZDF wohlauf. Das berichtete die ZDF-Sendung „heute“ am Sonntagabend und berief sich auf eine Erklärung der „Führung der PKK-Rebellen“.

HB PARIS/BERLIN. Deutschland solle die Türkei auffordern, ihre Kampfeinsätze in der osttürkischen Region zu stoppen, hieß es demnach weiter in der Erklärung. Die PKK-Spitze hat sich laut ZDF von der Geiselnahme distanziert und dafür eine „Eigeninitiative der Provinzkommandatur“ verantwortlich gemacht.

Die Kurdenpartei wolle selbst, dass die drei deutschen Ararat-Bergsteiger „gesund und sicher zu ihren Familien zurückkehren“ können, berichtete der Sender weiter.

Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan eine enge Zusammenarbeit zur Freilassung der von Kurden verschleppten drei deutschen Geiseln vereinbart. Erdogan versicherte Merkel am Sonntag am Rande des EU-Mittelmeer-Gipfels in Paris nach Angaben aus der deutschen Delegation, die Türkei werde alles tun, damit die Deutschen „schnell und unversehrt“ frei kommen. Zuvor hatte sich bereits Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit seinem türkischen Amtskollegen Ali Babacan getroffen und über die Geiselnahme beraten.

Merkel hatte am Wochenende eindringlich an die Geiselnehmer der deutschen Bergsteiger in der Türkei appelliert, die Entführten bedingungslos freizulassen. „Ich rufe die Entführer auf, die drei Deutschen umgehend und unversehrt freizulassen“, sagte Merkel der „Bild am Sonntag“. Die Bundesregierung werde alles tun, um ihre Freilassung zu erreichen und arbeite dabei eng mit den türkischen Stellen zusammen. Allerdings werde sie sich von den Entführern nicht erpressen lassen, bekräftige die Kanzlerin.

Merkel wollte am Rande des Mittelmeer-Gipfels am Sonntag in Paris auch mit dem türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan über die Geiselnahme sprechen.

Die drei aus Bayern stammenden Bergsteiger waren am Mittwoch von Mitgliedern der separatistischen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) auf dem Berg Ararat in der Osttürkei nahe der iranischen Grenze gekidnappt worden. Im Austausch für die Geiseln fordern die Entführer eine Änderung der deutschen Kurdenpolitik, was die Bundesrepublik abgelehnt hat.

Auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bekräftigte am Wochenende seine Forderung nach einer bedingungslosen Freilassung der drei Deutschen. Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes stehe weiterhin in ständigem Kontakt mit den türkischen Behörden.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ wurde die Bundesregierung bereits eine Woche vor der Entführung von PKK-Führungskadern vor „negativen Konsequenzen“ ihrer Kurdenpolitik gewarnt. Auch die türkische Polizei habe dem Bundeskriminalamt gemeldet, in kurdischen Kreisen in der Türkei herrsche Unruhe. Das BKA habe daraufhin am 2. Juli die Innenministerien der Länder vor möglichen Anschlägen und Entführungen in der Türkei gewarnt.

Innenstaatssekretär August Hanning sagte dem „Spiegel“, auch in Deutschland selbst müsse man sich möglicherweise auf eine neue Gefahrenlage einstellen. Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ schließen deutsche Sicherheitsbehörden nicht aus, dass die Entführung der Beginn einer Kampagne der PKK gegen Deutschland ist. Die „Welt am Sonntag“ berichtete, mehrere Beamte des Bundeskriminalamtes seien in der Region eingetroffen, um die türkischen Behörden zu unterstützen.

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