Entführung der Familie Chrobog
Steinmeier glaubt an baldige Freilassung

Noch befinden sich der im Jemen verschleppte Ex-Diplomat Jürgen Chrobog und seine Familie in der Gewalt ihrer Entführer. Frank-Walter Steinmeier hat nun seinen Urlaub unterbrochen. Der deutsche Außenminister ist zuversichtlich, dass der Fall noch vor Jahresende gelöst wird.

HB BERLIN/SANAA. Steinmeier rechnet bis Samstag mit einer Freilassung des im Jemen entführten Ex- Staatssekretärs Jürgen Chrobog und dessen Familie. „Es braucht wie immer Geduld, Zeit und Nerven. Aber ich bin mir sicher, dass wir dann noch vor Jahresende zu einem Abschluss kommen werden“, sagte Steinmeier am Donnerstag am Rande einer Sitzung des Krisenstabes im Auswärtigen Amt (AA) in Berlin. Die Chrobogs seien „seit zirka 30 Stunden“ in der Gewalt der Geiselnehmer - also seit Mittwochmittag.

Auch nach Angaben des Gouverneurs der jemenitischen Provinz Schabwa, Abdallah al-Kadi, bewegen sich die Verhandlungen „in eine positive Richtung“. Die Geiseln würden wie Gäste behandelt, aber auch als Druckmittel gegen die Regierung in Sanaa benutzt. Ein Sprecher der Provinzverwaltung sagte, die Unterhändler hätten sich mit den Geiselnehmern in einigen Punkten einigen können, in anderen noch nicht. Er sei zuversichtlich, dass Chrobog, seine Frau und die drei Söhne bis Freitagmorgen freigelassen würden. Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Salih lasse sich ständig über den Stand der Verhandlungen unterrichten, erklärte die jemenitische Regierung.

Die Zeitung „Yemen Observer“, hatte berichtet, eine erste Verhandlungsrunde zwischen Vertretern des Innenministeriums und den Geiselnehmern sei gescheitert, weil es keine ausreichenden Garantien für die geforderte Freilassung von inhaftierten Stammesangehörigen gegeben habe. Die Kidnapper bestehen nach jemenitischen Angaben darauf, dass fünf ihrer Stammesmitglieder freigelassen werden, die wegen Verbrechen im Zuge einer Stammesfehde im Gefängnis sitzen.

Einer der Inhaftierten sei bereits zum Tode verurteilt worden. Die Familie Chrobog ist nach Angaben der Geiselnehmer „unversehrt und sicher“. Ihr werde nichts geschehen, außer wenn die Sicherheitskräfte versuchen sollten, sie gewaltsam zu befreien, sagte einer der Geiselnehmer telefonisch der Nachrichtenagentur dpa.

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