Entführung deutscher Bergsteiger in der Türkei
Steinmeier weist PKK-Forderungen zurück

Im Fall der drei von Kurden entführten Deutschen lehnt die Bundesregierung die Forderung nach einem Kurswechsel gegenüber der PKK ab. „Die Bundesregierung lässt sich nicht erpressen“, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag in Berlin.

Die Regierung erwarte die sofortige Freilassung der drei Bergsteiger, die am Mittwoch im Osten der Türkei von Kämpfern der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verschleppt worden waren. Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes arbeite mit Hochdruck an der Beendigung der Geiselnahme.

Die der PKK nahestehende Nachrichtenagentur Firat hatte gemeldet, die Entführer verlangten von Deutschland ein Ende „der feindseligen Politik gegenüber dem kurdischen Volk und der PKK“. Anderenfalls könnten die Deutschen nicht mit einer raschen Freilassung rechnen.

Das Auswärtige Amt rät als Konsequenz aus der Entführung dringend von Reisen in den Südosten der Türkei, insbesondere die Provinzen Hakkari, Sirnak, Mardin, Siirt, Van, Agri und Igdir ab. Wegen des Verbots des PKK-nahen kurdischsprachigen TV-Senders Roj-TV durch die Bundesregierung bestehe die Gefahr, dass Deutsche, insbesondere Individualreisende, in diesen Provinzen Opfer von Racheakten durch die PKK werden könnten, heißt es auf der Internet-Seite des Ministeriums.

Die drei Entführten Deutschen gehörten zu einer Gruppe von 13 Alpinisten, die in der Provinz Agri den 5165 Meter hohen Berg Ararat besteigen wollten. Die türkischen Behörden sperrten mittlerweile den Ararat für Bergsteiger. Der Gouverneur von Agri begründete den Schritt mit der Suche nach den Entführten.

Die Provinz grenzt an den Iran und liegt im Norden des Hauptoperationsgebiets der PKK, die für einen eigenen Kurdenstaat kämpft. Seit Beginn ihres bewaffneten Kampfes vor 24 Jahren sind etwa 40 000 Menschen ums Leben gekommen. Die Türkei, die USA und die Europäische Union stufen die PKK als Terrororganisation ein.

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