Entführung im Irak
Deutschland kämpft um Susanne Osthoff

Neun Tage sind Susanne Osthoff und ihr irakischer Fahrer nun schon in der Gewalt ihrer Entführer. Ob die Bundesregierung mittlerweile Kontakt hat, ist unbekannt. Die Appelle zur Freilassung werden auf jeden Fall immer lauter. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas, bot sich gar selbst zum Geiseltausch an.

HB BERLIN. Elyas sagte der „taz“ (Montagausgabe): „Für mich kommt alles in Frage, was ihr Leben retten kann.“ Er verlangte in einem Schreiben an die in dieser Woche stattfindende Gipfelkonferenz der Islamischen Staaten in Mekka eine Verurteilung der Entführung Osthoffs. Der Vorsitzende des Islamrates in Deutschland, Ali Kizilkaya, betonte, die Muslime in Deutschland verurteilten diesen terroristischen Akt.

Wörtlich heißt es in dem Brief des Zentralrats laut „taz“: „Von den islamischen Führern erwartet die Welt mit Recht eine eindeutige unmissverständliche Verurteilung einer jeden Art von Gewalt, Terror und Menschenverachtung im Allgemeinen und insbesondere von solchen Taten, die im Namen des Islam verübt werden.“ Elyas appellierte an die Führer der islamischen Welt, mit ihrer Haltung „ein deutliches Signal gegen Missbrauch der friedliebenden Lehre des Islam durch Verbrecher zu setzen“.

Osthoff und ihr Fahrer waren am 25. November auf einer Überlandfahrt im Nordirak verschleppt worden. Der ARD zufolge haben die Entführer mit der Ermordung der Geiseln gedroht, falls die Bundesregierung die Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung nicht einstellt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Sonntagabend in der ZDF-Sendung „Menschen 2005“ im Fall Osthoff, „dass wir noch nicht wissen, wo sie ist, und noch kein Lebenszeichen von ihr bekommen haben“. Die Bundesregierung werde alle Kanäle nutzen, „um das Leben von Susanne Osthoff zu retten, und ich hoffe dass es auch gelingen kann“.

Kanzleramtsminister Thomas de Maizière sagte in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“, öffentliche Äußerungen zum Stand des Verfahrens seien nicht hilfreich. „Die Bundesregierung und alle anderen Verbündeten hier und vor Ort“ arbeiteten aber mit Hochdruck daran, das Leben Osthoffs und ihres Fahrers zu retten.

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