Entführung im Irak
Experten vermuten kriminellen Hintergrund

Der Irak-Experte Peter Heine von der Humboldt-Universität in Berlin geht bei der Geiselnahme von Susanne Osthoff im Irak von einem kriminellen Hintergrund aus.

HB BERLIN/BAGDAD. „Das von der ARD veröffentlichte Standbild sieht mir nicht nach einer radikalislamischen Gruppe aus“, sagte Heine der „Berliner Zeitung“ einem Vorabbericht zufolge. „Eher nach Gangstern, die Geld erpressen wollen unter dem Vorwand des Patriotismus.“ Es seien weder Kalligrafien noch Fahnen zu sehen gewesen.

In einem der ARD zugespielten Video haben Osthoffs Entführer Medienberichten zufolge von der Bundesregierung verlangt, die Mitarbeit mit der irakischen Regierung einzustellen. Anderenfalls würden sie die Frau und ihren irakischen Fahrer töten.

Das der ARD übermittelte Video sei völlig untypisch für ein Bekennervideo von Extremisten, berichtete auch die „Süddeutsche Zeitung“. Nach zwei Tagen Prüfung hätten Sicherheitsexperten das Band als „improvisiert“ und „eher schlicht“ charakterisiert. Es könne deshalb sein, dass es sich bei den Entführern Osthoffs um Gelegenheitstäter handele.

Irakischer Präsident will sich um Osthoffs Freilassung kümmern

Der irakische Präsident Dschalal Talabani will sich persönlich für die Befreiung der deutschen Geisel im Irak einsetzen. Das kündigte Talabani in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ an. „Wir wollen so schnell wie möglich herausfinden, wo sie sich aufhält, um sie aus der Gewalt der Extremisten zu befreien“, sagte der Präsident. Er verurteilte die Entführung der deutschen Archäologin Susanne Osthoff auf das Schärfste. Ziel der Extremisten sei, den Wiederaufbau des Landes und den Demokratisierungsprozess im Irak zu zerstören.

Von der am vergangenen Freitag verschleppten 43-jährigen Osthoff und ihrem irakischen Fahrer fehlt weiter jede Spur. Im Auswärtigen Amt in Berlin tagte am Mittwochabend erneut der Krisenstab. Man stehe weiterhin in Kontakt mit allen relevanten Stellen im Irak, hieß es.

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