Entführung im Jemen
Deutsche Geiseln angeblich frei

Die im Jemen entführten deutschen Geiseln sind angeblich frei. Dies berichten mehrere Nachrichtenagenturen.

SANAA. Die Deutsche Presse-Agentur dpa beruft sich auf jemenitische Regierungskreise. Der "Vertraute des Verhandlungsführers der Regierung", Abdul-Kawi Obad, habe dies bestätigt. Die im Jemen arbeitende Architektin aus Schleswig-Holstein und ihre Eltern waren am vergangenen Sonntag während eines Ausflugs verschleppt worden. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte die Nachricht noch nicht. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist es so, dass wir keine gesicherte Grundlage haben für eine weitergehende Aussage“, sagte ein Sprecher des Außenamts in Berlin. „Wir gehen natürlich diesen Hinweisen mit allem Hochdruck nach und sind um eine Klärung der Angelegenheit bemüht.“

Obad sagte der dpa, dass die Architektin Julia T. und ihre Eltern nach ihrer Freilassung ein Mittagessen im Haus des Verhandlungsführers zu sich genommen hätten. Sein Haus liegt in einem Dorf, das nicht weit von dem Dorf entfernt sei, in dem die Familie aus Schleswig-Holstein gefangen gehalten worden war. Die drei Deutschen sollten noch im Laufe des Tages in die rund 60 Kilometer entfernte Hauptstadt Sanaa gebracht werden.

Die Deutschen waren am vergangenen Sonntag während eines Ausfluges von fünf bewaffneten Angehörigen des Abu-Dhabian-Stammes verschleppt worden.

Der Anführer der Kidnapper, Abdu-Rahu Saleh al-Tam, hatte kurz vor der Freilassung erklärt, er habe die Deutschen an einen anderen Ort unweit ihres alten Verstecks gebracht, weil er eine Befreiungsaktion befürchte. Al-Tam hatte die Deutschen entführt, um die jemenitische Regierung zu zwingen, seinen Sohn und einen seiner Brüder freizulassen, die wegen einer früheren Entführung im Gefängnis sitzen. Außerdem hatte er eine finanzielle Entschädigung für ein Grundstücksgeschäft gefordert, bei dem sich seine Familie übervorteilt gefühlt hatte.

Aus Kreisen der Verhandlungsführer hieß es am Freitag, die zwei Angehörigen von Al-Tam seien nicht freigelassen worden. Die Regierung habe den Kidnappern jedoch versprochen, sich binnen einer Woche noch einmal eingehend mit dem Fall zu befassen.

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