Entführung in Afghanistan
Taliban haben Deutsche „in sicherem Gewahrsam“

Die radikal-islamischen Taliban haben sich zur Entführung von zwei Deutschen in Afghanistan bekannt. Nach ARD-Informationen handelt es sich um zwei Bauingenieure, die im Auftrag der Vereinten Nationen Bau- und Entwicklungsprojekte betreuten.

HB KABUL. Die beiden deutschen Staatsbürger seien in sicherem Gewahrsam, sagte der Taliban-Sprecher Jusuf Ahmadi am Freitag. Die Miliz fordere den Abzug aller deutschen Soldaten aus Afghanistan sowie die Freilassung von gefangenen Taliban.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes (AA) vom Donnerstag werden seit Mittwoch zwei Deutsche in Afghanistan vermisst. Bislang gab es kaum Details zu den Hintergründen. Das AA erklärte aber, es müsse von einer Entführung ausgegangen werden.

Die Deutschen wurden nach früheren Ministeriumsangaben etwa 100 Kilometer südwestlich von Kabul verschleppt. Zuletzt war Anfang Juli ein Deutscher nach einer Woche in der Hand von Geiselnehmern freigekommen. Im Oktober 2006 waren im relativ sicheren Norden Afghanistans zwei deutsche Journalisten ermordet worden. Derzeit sind in dem Land mehr als 3 000 Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Die jüngste Entführung ereignete sich außerhalb ihres Kommandobereichs.

Am Freitag entführten die Taliban zudem weitere Zivilisten. Wie die Polizei mitteilte, stoppten Kämpfer der Miliz einen Reisebus und verschleppten einige der Insassen. Die Taliban teilten mit, sie hätten 18 Koreaner in ihre Gewalt gebracht, darunter drei Frauen. Die Menschen würden befragt.

Forderungen würden später angekündigt, sagte Taliban-Sprecher Ahmadi per Telefon von einem unbekannten Ort aus. Der Bus sei auf dem Weg von Kandahar im Süden nach Kabul unterwegs gewesen, sagte ein Polizeivertreter. Das südkoreanische Außenministerium teilte mit, man prüfe Berichte, wonach etwa 20 Südkoreaner entführt wurden. Das Land hat keine Soldaten in Afghanistan im Einsatz, unterstützt aber den zivilen Aufbau mit Ärzten und Ingenieuren. Taliban-Rebellen haben wiederholt Ausländer entführt, um die Regierung in Kabul zu destabilisieren.

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