Entschädigung
Berlusconi-Konzern zu Millionenstrafe verdonnert

Ein Mailänder Berufungsgericht hat Berlusconis Konzernimperium Fininvest zur Zahlung von 560 Millionen Euro verurteilt. Zuvor war Berlusconis Versuch, per Gesetz gegen die Entschädigungszahlung vorzugehen, gescheitert.
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MailandDer italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat im Streit um das Geschäftsgebaren seines Konzernimperiums einen Rückschlag erlitten. Ein Mailänder Berufungsgericht ordnete Justizkreisen zufolge am Samstag an, dass Berlusconis Holding Fininvest dem Rivalen CIR einen Ausgleich von 560 Millionen Euro zahlen muss. Hintergrund ist eine 20 Jahre zurückliegenden Übernahmeschlacht. Nach einem Einspruch der Fininvest-Holding, die Italiens größten Privatsender Mediaset kontrolliert, verringerte das Gericht zwar die ursprünglich auf knapp 750 Millionen Euro festgesetzte Summe.

Doch Berlusconi hatte zuletzt noch versucht, per Gesetz die Zahlung solcher Entschädigungen auszusetzen.

Der Ministerpräsident wollte erreichen, dass Ausgleichssummen von mehr als 20 Millionen Euro erst nach einem abschließenden Urteil gezahlt werden müssen. Der zunehmend geschwächte Regierungschef hatte die entsprechende Vorlage in ein Paket von Haushaltsgesetzen integriert. Mangels Unterstützung seiner Koalitionspartner musste er aber zurückrudern.

Anfang der 90er Jahre entschied Berlusconis Holding Fininvest die Übernahmeschlacht um Italiens größtes Verlagshaus Arnoldo Mondadori Editore für sich - dank des Urteils eines später wegen Korruption verurteilten Richters. Auch gegen das jüngste Urteil wird Berlusconis Konzern Einspruch einlegen.

„Wir sind sicher, dass wir im Recht sind“, sagte Berlusconis Tochter Marina, die dem Fininvest-Aufsichtsrat vorsteht.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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