Entschädigung der Opfer des "La Belle"-Anschlags ist Bedingung für Kanzler-Besuch
Schröder will Gaddafi besuchen

Bundeskanzler Schröder will laut einem Zeitungsbericht den libyschen Staatschef Gaddafi besuchen. Voraussetzung sei allerdings, dass zuvor die Opfer des Terroranschlages auf die Berliner Diskothek «La Belle» entschädigt werden.

HB BERLIN. Bundeskanzler Gerhard Schröder will den libyschen Staatschef Muammar al Gaddafi besuchen, sobald der nordafrikanische Staat die Opfer des Terroranschlags auf die Berliner Diskothek «La Belle» entschädigt hat. Das sagte der SPD-Politiker Hans-Jürgen Wischnewski der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».

Ein Regierungssprecher sagte am Samstag, er könne die angeblichen Reisepläne des Kanzlers nicht bestätigen. Laut Zeitungsbericht habe Wischnewski Gaddafi im April bei einem Besuch in der libyschen Hauptstadt Tripolis gesagt: «Wenn ,La Belle' erledigt ist, ist der Bundeskanzler bereit zu kommen.» Das habe er in Abstimmung mit dem Kanzler und Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier gesagt.

Auf die Diskothek «La Belle» war 1986 im Auftrag des libyschen Geheimdienstes ein Bombenattentat verübt worden. Dabei kamen zwei Amerikaner und eine türkische Berlinerin ums Leben. Mehr als zweihundert Menschen wurden verletzt.

Zurzeit verhandeln die libysche Gaddafi-Stiftung und die Anwälte der Opfer noch über eine Entschädigung. Nach einer weiteren Verhandlungsrunde am vergangenen Wochenende hatte ein Opferanwalt erklärt, die Entschädigungsverhandlungen sollten bis Mitte Juni beendet sein.

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