Entscheidung nach 20 Jahren
Bhopal-Opfer erhalten 262 Millionen Euro

Fast 20 Jahre nach der Giftgaskatastrophe von Bhopal hat Indiens Verfassungsgericht die Freigabe von umgerechnet 262 Millionen Euro Entschädigung angeordnet.

HB NEU DELHI. „Die Opfer von Bhopal wurden grob unterbezahlt“, sagte Murlidhar, der Anwalt von 36 Überlebenden, die geklagt hatten, der dpa in Neu Delhi. „Das heutige Urteil gibt ihnen den Rest von dem, was ihnen zusteht.“

Bei der Katastrophe, einer der schwersten in der Industriegeschichte, starben im Dezember 1984 rund 3000 Menschen, 100 000 wurden verletzt. Die Spätfolgen haben bis heute 20 000 Menschen das Leben gekostet. Die nun freigegebenen Mittel stammen aus der Entschädigungssumme von insgesamt 470 Millionen US-Dollar (heute 378 Millionen Euro), die der verantwortliche US-Konzern Union Carbide bereits 1989 in einer außergerichtlichen Einigung bereitstellte. Die 36 Überlebenden hatten im Jahr 2002 geklagt und der Regierung des zentralindischen Bundesstaats Madhya Pradesh vorgeworfen, Gelder zurückzuhalten. Entschädigungszahlungen ziehen sich in Indien oft über Jahre hin.

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