Entscheidung über die Zukunft des Kosovo
Serbischer Präsident lehnt Autorität der Kontaktgruppe ab

Der serbische Staatspräsident Boris Tadic spricht der Kontaktgruppe das Recht ab, eine Entscheidung über die Zukunft der südserbische Provinz Kosovo zu fällen. Eine solche Entscheidung könne nur eine Institution wie der UN-Sicherheitsrat treffen.

HB BELGRAD. Das sagte Tadic in Belgrad der Nachrichtenagentur Beta. Nur so erhalte der Beschluss über die staatsrechtliche Zukunft der Provinz „die Bestätigung durch das internationale Recht“, sagte Tadic einen Tag nach dem Scheitern der Bemühungen der Vereinten Nationen um eine Lösung.

Die USA hatten am Vorabend gemeinsam mit mehreren EU-Ländern im Sicherheitsrat erklärt, ein von ihnen angestrebter Beschluss zur Unabhängigkeit des Kosovos sei wegen des Widerstandes der Veto-Macht Russlands gescheitert. Die weiteren Verhandlungen zur Lösung dieses Problems sollen jetzt in der so genannten Kontaktgruppe geführt werden, die von den USA, Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien gebildet wird.

Der serbische Regierungschef Vojislav Kostunica begrüßte das Scheitern der westlichen Pläne für die Unabhängigkeit der Krisenprovinz. „Die gemeinsame prinzipielle Politik Serbiens und Russland hat einen bedeutenden Sieg erzielt“, zitierten serbische Zeitungen am Samstag Kostunica. „Der Rückzug der UN-Resolution stellt einen Sieg des Rechts über den Versuch dar, Serbien einen großen Teil seines Territoriums wegzunehmen“.

Angestrebt wird eine neue Verhandlungsrunde zwischen Albanern und Serben für die Dauer von 120 Tagen. Damit „gibt es eine neue Chance zur Verteidigung der Souveränität und territorialen Unversehrtheit Serbiens“, sagte Tadic. Westliche Diplomaten in Belgrad zeigten sich jedoch skeptisch über den Erfolg neuer Gespräche. Der UN-Vermittler Martti Ahtisaari hatte sich bereits ein Jahr lang vergeblich bemüht, beide Seiten zu einem Kompromiss zu bewegen. Washington will nach dieser neuen Runde die Kontaktgruppe über die Souveränität des neuen Staates entscheiden lassen. Moskau hat in der Kontaktgruppe kein Vetorecht. Während die zwei Millionen Albaner im Kosovo die Selbstständigkeit anstreben, wollen die 100 000 Serben sowie die Republik Serbien den Verbleib der Provinz im serbischen Staatsverband durchsetzen.

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