Entscheidungen aufgeschoben
Die Euro-Retter lassen Athen zappeln

Die Euro-Zone will weder der Regierung in Athen neue Kredite gewähren noch das Land in die Pleite schicken. Nun hilft die Notenbank Athen zunächst mit einer Brückenfinanzierung. Ausreichen wird das allerdings nicht.
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Der Termin brachte die Regierung in Athen in höchste Not: Heute werden griechische Staatsanleihen in Höhe von 3,2 Milliarden Euro im Portfolio der Europäischen Zentralbank (EZB) fällig. Sie konnte das Geld nur noch mit der Ausgabe kurzlaufender Schatzwechsel beschaffen. Wie alle Griechen-Bonds sind auch diese Papiere eigentlich unverkäuflich, Athen wurde sie trotzdem los: Die Geschäftsbanken dürfen sie bei der griechischen Notenbank als Sicherheit hinterlegen und bekommen dafür frisches Geld. Die EZB duldet das - obwohl sie selbst schon lange keine griechischen Bonds mehr annimmt.

So zahlen die Griechen bei der EZB Schulden zurück - und erhalten dafür neues Zentralbankgeld. "Das läuft nach dem System linke Tasche, rechte Tasche", kritisiert der Ökonom Daniel Gros vom Brüsseler Wirtschaftsforschungsinstitut Ceps. "Ein ganz unglücklicher Kreislauf", meint CDU-Europaparlamentarier Markus Pieper.

Die griechische Regierung kündigte am Montagmorgen an, im Laufe des Tages die Gelder an die EZB zu überweisen. "Das ist geklärt, es gibt kein Problem, Griechenland wird seinen Verpflichtungen im Laufe des Tages nachkommen, wir haben das nötige Geld", sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums in Athen.

Griechenland hatte in der vergangenen Woche gut vier Milliarden Euro in Form von dreimonatigen Anleihen zu einem Zinssatz von 4,43 Prozent am Finanzmarkt aufgenommen. Athen wartet derzeit auf die Auszahlung einer weiteren Tranche der internationalen Finanzhilfen in Höhe von 31,5 Milliarden Euro. Im Laufe der Woche will die griechische Regierung neue Initiativen starten, damit die Geldgeber die Fristen zur Umsetzung von Reformen und Sparmaßnahmen verlängern.

Griechenland

Haushaltsdefezit des Staates

in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP)


Die Regierungen der Euro-Zone hätten nichts dagegen, würde sich der Kreislauf noch eine ganze Weile weiterdrehen. Die Griechenland-Retter erwartet eine Woche der Reisediplomatie, Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker besucht am Mittwoch Athen, der griechische Premier Antonis Samaras reist am Freitag nach Berlin und am Samstag nach Paris. Entscheidungen über neue Milliardenkredite oder eine Pleite des Landes sind aber nicht zu erwarten: Die Retter scheuen das Risiko - und spielen auf Zeit.

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  • Die Zustände dieses Finanzgebahrens sind in der Tat unhaltbar. Wozu diese Europa Komödie. Offenbar geht es nur um die Exporte deutscher Produkte, die auf Pump in ein nicht zahlungsfähges Land exportiert werden. Aber warum zahlungsunfähig?
    Die Werteschaffenden dieser Nation werden doppelt bestraft. Während die Arbeitsbedingungen immer schlechter werden, müssen sie auch noch die Lasten nicht bezahlter Produkte (Exporte) mittragen. Hauptsache die Unternehmen und ihre Investoren kriegen ihre Gewinne.
    Alle Macht geht vom Volke aus, steht jedenfalls im GG.

  • 'mondahu' sagt
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    "Aus eigener Kraft können die Griechen ihre Schulden schon längst nicht mehr begleichen." Das ist nun wenigstens eine realistische Erkenntnis.
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    Wenn die Griechen bloß ihre Steuern richtig bezaglen würden hätte der Staat einen Haushaltsüberschuß.

    Am können liegts nicht - sondern am wollen.

    Der griechische Bankrott ist ein betrügerischer.

  • 'GUES' sagt
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    Was mit Griechenland passieren soll, ist doch schon lange klar, auch wenn dies nicht offizell kommuniziert wird. Hätte man nur Griechenland von Anfang an die Mittel versagt, was glauben Sie was dann auf den Straßen los gewesen wäre?!
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    Und wen interessiert es, was in Griechenland auf den Straßen los ist?

    Mich jedenfalls nicht.

    Für jeden deutschen Steuerzahler sind 2300 Euro futsch - das interessiert mich.

    Und jeden Monat den man die Griechen länger aushält werden es etwa 12 Euro mehr.

    Also endlich Schluß damit!

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