Entsetzen in Deutschland - Vorsicht bei Reisen
Keine erhöhte Anschlagsgefahr in Deutschland

Bundeskanzler Gerhard Schröder erklärte auf seinem Flug nach New York, die Bundesregierung verurteile die grausame Serie von Terroranschlägen in Istanbul auf das Schärfste. Nach den erneuten Anschlägen in Istanbul sind die Sicherheitsvorkehrungen vor der britischen Botschaft in Berlin verschärft worden. Eine erhöhte Gefahr für Deutschland sehen die Innenbehörden aber nicht.

HB BERLIN. Das Auswärtige Amt verschärfte am Donnerstag jedoch seinen Sicherheitshinweis für Türkeireisende: Es empfehle sich „für den Augenblick, bis zur Klärung der Lage nicht unbedingt erforderliche Reisevorhaben nach Istanbul aufzuschieben“. Laut AA gab es bei den Anschlägen keine deutschen Opfer. Deutschland reagierte mit Erschütterung auf die Attentate.

Ähnlich wie Bundeskanzler Gerhard Schröder verurteilte auch Außenminister Joschka Fischer in New York die Terroranschläge auf das Schärfste. Bundespräsident Johannes Rau drückte der Türkei sein Beileid aus. Innenminister Otto Schily (SPD) sagte in Jena, Deutschland sei noch immer Teil des „allgemeinen Gefahrenraumes“.

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Hakki Keskin, sagte in Hamburg: „Vieles deutet darauf hin, dass die Anschlagserie weitergeht.“ Die britische Botschaft in Berlin verstärkte ihre Sicherheitsmaßnahmen.

Die Unionsfraktion im Bundestag erklärte, die Anschläge seien das „Werk fanatischer Islamisten“. Die FDP-Spitze forderte in Berlin, Deutschland und Europa müssten eine deutlichere Antwort auf die Bedrohung durch den Terror geben. Die Fraktionsspitze der Grünen mahnte, die Staatengemeinschaft dürfe im Kampf gegen den international operierenden Terrorismus nicht nachlassen.

Der Präsident des Geheimdienstes BND, August Hanning, und Geheimdienstkoordinator Ernst Uhrlau sagten in Pullach, viele Anzeichen bei den Anschlägen deuteten auf das Terrornetzwerk El Kaida. Dafür spreche vor allem die Professionalität und die Gleichzeitigkeit der Attentate. Der Leiter des Zentrums für Türkeistudien (Essen), Faruk Sen, sagte der „Welt“ (Freitag): „Die Türkei ist das neue Schlachtfeld der islamistischen Fanatiker.“ Dies liege vor allem an der Trennung von Kirche und Staat in der Türkei.

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