Entspannung in Nahost
Israel entfernt Metalldetektoren am Tempelberg

Mit dem Aufbau von Metalldetektoren vor dem Tempelberg in Jerusalem hat Israel für Spannungen im Nahen Osten gesorgt. Nun baut das Land die Kontrollpunkte ab. Zuvor hatte es Bewegung in einem anderen Streitfall gegeben.
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JerusalemIsrael wird die Metalldetektoren am Eingang zu den heiligen Stätten in Jerusalem entfernen, die bei Muslimen für Wut gesorgt haben. Das kündigte das israelische Sicherheitskabinett am frühen Dienstag an und erklärte, eine andere Technik solle künftig für die Kontrollen vor Ort benutzt werden. Es teilte nicht mit, wann genau die Metalldetektoren ersetzt werden sollten.

Nach Angaben der Zeitungen „Haaretz“ und „Jerusalem Post“ vom frühen Dienstagmorgen wies das israelische Sicherheitskabinett der Polizei und dem Ministerium für Öffentliche Sicherheit umgerechnet rund 24 Millionen Euro (100 Millionen Schekel) zu, um das neue Sicherheitssystem vorzubereiten und zu realisieren. Die israelische Polizei wird den Angaben zufolge ihre Kräfte auf dem Gelände verstärken, bis die Maßnahmen umgesetzt sind. Das Kabinett habe betont, dass Israel beabsichtige, den Status quo an der heiligen Stätte zu erhalten, berichtete „Haaretz“ unter Berufung auf einen hochrangigen Beamten, der bei dem Treffen dabei war.

Die technologische Lösung ist Ergebnis intensiver Diskussionen der Polizei mit führenden Sicherheitsfirmen in der vergangenen Woche, um eine Alterbnative zu den Metalldetektoren zu finden, wie die „Jerusalem Post“ berichtete. Die Technologie - die Hunderte Millionen Schekel kosten werde - beinhalte auch Software zur Gesichtserkennung.

Die Metalldetektoren waren installiert worden, nachdem Bewaffnete Mitte Juli auf dem Gelände am Tempelberg zwei israelische Polizisten getötet hatten. Die Einrichtung der Kontrollgeräte führte zu Empörung unter den Palästinensern und Muslimen weltweit. Sie kritisierten, mit der Installation der Detektoren wolle Israel die Kontrolle über den Berg an sich ziehen.

Experten drängen zu Deeskalation

Der palästinensische UN-Botschafter Rijad Mansur sagte in New York, die Menschen blieben in den Straßen, bis die Detektoren von dem Gebiet in Jerusalem entfernt würden. Die Palästinenser hätten jegliche Zusammenarbeit mit Israel beendet, auch in Sicherheitsfragen. Er drängte den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, der am Montag hinter verschlossenen Türen über die Tempelberg-Krise sprach, Israels Handlungen aufs Schärfste zu verurteilen.

Der UN-Sonderbeauftragte für den Nahen Osten, Nicolaj Mladenow, warnte, die Tempelberg-Krise habe das Potenzial, den politischen Streit zwischen Israelis und Palästinensern auf eine religiöse Ebene zu heben, von der weltweit Millionen oder gar Milliarden Menschen betroffen sein könnten. Er drängte zu einer Deeskalation des Konflikts bis zu den Freitagsgebeten. Auch der frühere Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad, Danny Jatom, empfahl eine Entfernung der Kontrollgeräte.

Juden verehren den Tempelberg, weil dort in der Antike der jüdische Tempel gestanden haben soll. Muslimen ist er als Edles Heiligtum mit Felsendom und Al-Aksa-Moschee von zentraler Bedeutung für ihren Glauben.

Entspannung im Streit zwischen Israel und Jordanien

Auch der jordanische König Abdullah II. hatte in einem Telefonat mit Netanjahu auf eine sofortige Lösung gedrängt, wie die Nachrichtenagentur Petra berichtete. Die von Israel getroffenen Maßnahmen müssten rückgängig gemacht und der Tempelberg frei für Betende zugänglich sein, forderte der König Jordaniens, das Hüter der heiligen Stätte ist.

Vor der Ankündigung, die Metalldetektoren abzubauen, zeichnete sich bereits eine Entspannung im Streit zwischen Israel und Jordanien ab, der nach einem tödlichen Zwischenfall an Israels Botschaft in Jordanien entbrannt war. Ein jordanischer Arbeiter hatte einen Wachmann am Sonntag in einer Wohnanlage neben der Botschaft mit einem Schraubenzieher angegriffen und verletzt. Der Israeli hatte daraufhin laut israelischen Angaben in Selbstverteidigung den Angreifer erschossen und auch den unbeteiligten jordanischen Vermieter versehentlich tödlich verletzt. Der Vorfall hatte die Beziehungen zwischen Israel und Jordanien nach Medienberichten stark belastet.

Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu teilte am Montagabend mit, die Mitarbeiter der Botschaft seien sicher nach Israel zurückgekehrt. Unter ihnen sei auch der Wachmann. Die Rückkehr folgte auf ein Telefongespräch zwischen Netanjahu und dem jordanischen König Abdullah II.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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