Entspannungsgeste
Griechische Zyprer reißen Mauer zum türkischen Inselteil ein

Sie gehört seit Jahrzehnten zu den deprimierendsten territorialen Trennlinien: Die Mauer in der zyprischen Hauptstadt Nikosia, die den griechischen vom türkischen Teil trennt. Nun haben die Zyperngriechen das Ende der künstlichen Sperre eingeläutet.

HB NIKOSIA. Arbeiter begannen in der Nacht zum Freitag mit dem Abriss, nachdem der Präsident der Republik Zypern, Tassos Papadopoulos, den Schritt beim Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel verkündet hatte. Zugleich betonte er aber, dass so lange kein Zivilist über die Grenze dürfe, bis die türkische Seite ihre Truppen aus dem Gebiet abgezogen habe. Von der Türkei, der eigentlichen Macht in der nur von ihr anerkannten „Türkischen Republik Nordzypern“, gab es zunächst keine Stellungnahme.

Auf beiden Seiten der Grenze verfolgten zahlreiche Schaulustige die überraschende Aktion, deren Auslöser unklar blieb. Arbeiter waren mit schwerem Gerät auf der Durchfahrtsstraße im Zentrum des Geschäftsbezirks angerückt, wo sich die fünf Meter hohe Mauer befindet. Später transportierten Lastwagen erste Betonteile ab.

Die Straße läuft über die Waffenstillstandslinie, die Nikosias griechischen vom türkischen Teil trennt, seit es in den 60er Jahren zu gewalttätigen Ausschreitungen und im Jahr 1974 zu einer türkischen Invasion kam. 2003 erleichterten die türkisch-zypriotischen Behörden die Besuchsbeschränkungen. Seitdem wurden fünf Grenzübergänge eingerichtet.

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