Entwaffnung der Dschandschawid-Milizen gefordert
UN befasst sich erst nächste Woche wieder mit dem Sudan

Frühestens drei Tage nach dem Auslaufen des Ultimatums für den Sudan will der Weltsicherheitsrat mögliche weitere Schritte gegen die Regierung des afrikanischen Landes erörtern.

HB NEW YORK/BERLIN. Obwohl sich Hinweise darauf mehren, dass Khartum die UN-Forderung nach Entwaffnung der Dschandschawid-Milizen ignoriert, will sich das Gremium erst am 2. September wieder mit der Krise in der westsudanesischen Region Darfur befassen. Das bestätigten UN- Diplomaten am Donnerstag. Die deutsche Regierung forderte die Erhöhung des internationalen Drucks auf Sudan.

Das höchste UN-Entscheidungsgremium hatte im Juli eine 30-Tage- Frist gesetzt und mit der Verhängung von Zwangsmaßnahmen gedroht, wenn Khartum nicht ernsthaft damit beginnt, gegen die arabischen Milizen vorzugehen, die in Darfur die schwarzafrikanische Bevölkerung terrorisieren. Die Frist läuft am Montag ab.

Bei dem Treffen des Sicherheitsrates am kommenden Donnerstag wird der UN-Sondergesandte für Sudan, Jan Pronk, Bericht erstatten. Dabei soll es vor allem um die Einschätzung gehen, ob die Regierung in Khartum inzwischen weitere Attacken der arabischen Dschandschawid- Milizen gegen die Bevölkerung wirksam unterbindet. Pronk werde der sudanesischen Regierung mit großer Wahrscheinlichkeit vorwerfen, dass sie kaum etwas zur Entwaffnung und Neutralisierung der Milizen unternommen hat, hieß es am Donnerstag in UN-Kreisen.

Darauf ließen seine Zwischenberichte an die UN-Zentrale schließen, hieß es. Allerdings werde Khartum bescheinigt, dass es erheblich besser als früher mit internationalen Organisationen bei der Versorgung hunderttausender Flüchtlinge sowie beim Schutz der Flüchtlingslager kooperiere.

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Kerstin Müller, bekräftigte am Donnerstag in Berlin, es gebe keine Anzeichen dafür, dass die sudanesische Regierung die von ihr unterstützten Milizen entwaffne. „Die humanitäre und menschenrechtliche Situation in Darfur im Westen des Sudan bleibt weiter dramatisch“, sagte sie nach einem Gespräch mit Hilfsorganisationen.

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