Entwicklungsbank-Pläne: BRICS-Länder machen der Weltbank Konkurrenz

Entwicklungsbank-Pläne
BRICS-Länder machen der Weltbank Konkurrenz

Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika erwirtschaften zusammen ein Viertel des weltweiten BIP. Beim Gipfeltreffen in Durban haben sie nun die Gründung einer gemeinsamen Entwicklungsbank beschlossen.
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Durban/WashingtonDie fünf aufstrebenden Schwellenländer haben sich auf die Gründung einer gemeinsamen Entwicklungsbank geeinigt. "Es ist geschafft", sagte der südafrikanische Finanzminister Pravin Gordhan am Dienstag nach einem Treffen mit seinen Kollegen der anderen BRICS-Staaten in Durban der Nachrichtenagentur AFP. Am Abend kamen die Staatschefs der Länder zum Gipfel in der südafrikanischen Metropole zusammen.

Gordhan nannte keine Details zu der geplanten Bankengründung. Der südafrikanische Arbeitsminister Rob Davies sagte AFP, es werde noch an den Einzelheiten gearbeitet. "Es muss ein Prozess angestoßen werden, um die weiteren Details zu klären", sagte er.

Die Bank soll bisherigen Plänen zufolge vor allem Infrastrukturprojekte finanzieren. Umstritten sind unter anderem noch ihre Größe, die Kriterien für die Vergabe von Geldern und der Sitz des Instituts. Es wird voraussichtlich mehrere Jahre dauern, bis die Bank ihre Arbeit aufnimmt und in Konkurrenz zur Weltbank tritt.

Doch bereits kurz nach der Einigung der fünf aufstrebenden Schwellenländer auf die Gründung einer gemeinsamen Entwicklungsbank hat die Weltbank eine Zusammenarbeit mit dem Institut angeboten. Sie begrüße die Gründung und sei "bereit, eng mit dieser neuen Bank zusammenzuarbeiten, um der Armut ein Ende zu setzen", teilte die Weltbank am Dienstag in Washington mit. Indirekt schloss sie eine mögliche Konkurrenz zwischen beiden Hilfsinstituten aus und sprach davon, vorhandene "Expertise teilen" zu wollen.

Am Abend begannen die Präsidenten der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) in Durban ihr Gipfeltreffen. Zu den Themen, die zwischen den Ländern diskutiert werden, gehören die Gründung einer Ratingagentur, eines Systems für Rückversicherungen, eines Unternehmerrats und eines Einstufungssystems für Universitäten. Der Gastgeber, Südafrikas Präsident Jacob Zuma, hatte das Treffen zudem als Möglichkeit bezeichnet, die Wirtschaftskrise und hohe Arbeitslosigkeit in seinem Land anzugehen.

Der Gipfel in Durban ist der erste für Chinas neuen Staatschef Xi Jinping. Bei einer Rede am Montag in Tansania hob Xi die "ernsthafte Freundschaft" seines Landes mit Afrika hervor. Es sei eine Beziehung, die Afrikas "Würde und Unabhängigkeit" respektiere.

Die BRICS-Staaten umfassen 40 Prozent der Weltbevölkerung. Sie erwirtschaften zusammen ein Viertel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Kommentare zu "BRICS-Länder machen der Weltbank Konkurrenz"

Alle Kommentare
  • @WolfgangPress
    Das ist ja das große Problem!
    Mit der diktierten merklischen Energiewende uns uns gleichzeitig die geistige Energie abdiktiert worden!
    Der technisch und wirtschfltichste Energieerzeugungsmixpark aus Kohle,Gas und Kernkraftwerken ist uns verboten worden und statt dessen bekommen wir ein mittelalterliches Windmühlen,PV-Anlagen und Energiepflanzen Zufallsenergieversorgungsystem. Das OHNE unwirtschafltiche Speichersysteme bzw. Gas- und Kohlekraftwerke NICHT auskommt!
    Die geistige Energie wurde uns deutschen Bürger per Bundestagsbeschluss des Ausstieges aus der Zukunftstechnologie Kernkraft und den Enstieg in die mittelalterlichen Erneuerbaren Energietechniken genommen!

  • @HofmannM. Mit Energie meinte ich nicht den Blödsinn der "Energiewende", sondern geistige Energie.

  • @WolfgangPress
    Mit der momentanen Energiepolitik der merklischen Energiewende und dem dazugehörigen EEG-Zwangsgesetz kommen wir keinen Schritt voran. Im Gegenteil! Wir haben uns mit der Energiewende und diesem ökosozialen Gedankengut in Deutschland und Europa auf das Abstellgleis der zukünftigen Wohlstands- und Wissenentwicklung begeben!

  • Das habe ich kommen sehen. Diese Länder sind stark. Trotzdem träumen die Europäer immer noch den Traum, dass Europa der Nabel der Welt ist. Das erwachen wird kommen und es wird für die Europäer hart werden. Europa hat sich aber aber eine Kommission geschaffen welche für den Untergang sorgt. Nur kaum einer merkt es. Da wird Zeit, Energie und Geld besonders von Deutschland für Chaotenländer verschwendet. Allein hätten wir vielleicht noch eine gute Chance den totalen Absturz zu überleben, unter der Voraussetzung dass wir und neuen starken Partner zuwenden, also Russland, China, Indien, Südost Asien und Südamerika.

  • Das ökosozialistische Europa-Deutschland meint immer noch mit der mittelalterlichen Energietechnik, Energieeinsparparollen und dem Huldigen an den Mangel auf dem richtigen Weg zu sein. Dabei sind gerade die BRICS dabei das ökosoziale Europadorf zu überrennen und es weit hinter sich zu lassen. Afrika,Asien,Südamerika sind für die Zukunft die großen Absatzmärkte. Da kann Europa mit seinem ökosozialen mittelalterlichen Energieeinsparhuldigungen bzw. dem Huldigen des Mangel (Wissen,Konsum) so weitermacht!
    Die Musik spielt schon längst außerhalb von Europa! Und ohne China bzw. Asien wäre die deutsche Wirtschaft und damit der deutsche Staat längst im Sog der europäischen Krise.
    China fängt langsam an die deutschen und westlichen Autohersteller im chinesischen Absatzmarkt zu gängeln bzw. zurück zu drängen. Damit werden wir in Zukunft nicht mehr lange diese guten Außenwirtschaftzahlen mehr genießen dürfen. China hat die Produktion und die technische Einsicht im westlichen Autobau dazu genutzt, um jetzt selbst mit eigenen Automarken auf dem Markt zu kommen. Die neue chinesische Führung will damit die Inlandsnachfrage durch Ansiedlung von eigen wirtschaftlichen Produktionsstätten vorantreiben. Das gilt nicht nur für die Autobranche.
    (...)
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • "Deutschland ist gezwungermaßen leider im Club der Loser."
    Und wo wären in Ihren Augen die Gewinner?

  • HB:"BRICS-Länder machen der Weltbank Konkurrenz"

    Das wird der Hochfinanz sicherlich nicht gefallen und diese Staaten werden deshalb wohl bald zu "Schurkenstaaten" erklärt werden.
    Irgendeine "Schurkerei" wird sich da wohl finden lassen.
    Es gibt allerdings ein nicht nur kleines Problem :
    RIC haben Atomwaffen und sind nicht Pleite !

    Deutschland ist gezwungermaßen leider im Club der Loser.

  • "BRICS-Länder machen der Weltbank Konkurrenz

    Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika erwirtschaften zusammen ein Viertel des weltweiten BIP. Beim Gipfeltreffen in Durban haben sie nun die Gründung einer gemeinsamen Entwicklungsbank beschlossen. "

    Daß hier eine Art Konkurrenz/Abspaltung in Selbstbehauptung großer Staaten/Wirtschaftsräume OHNE USA Einfluß entsteht, werden Sie wohl nicht abstreiten wollen.

  • Soweit sogut, aber schauen Sie mal in die Vita von Frau Lagarde und ihrer US Prägung (zumindest "offenes Ohr").

    Daß : "Die USA haben uns mit ihren gefakten Hypotheken die Finanzkrise gebracht und die europäischen Bürger müssen dafür bezahlen."
    wohl nicht in Abrede gestellt werden kann, wollten Sie aber lieber nicht in Ihre Antwort einbeziehen...

  • Ich meine, wir haben, wegen des immer noch bestehenden Feinddenkens gegenüber Rußland, eine große Chance vertan, nämlich statt den Euro einzuführen, eine große Eu/Europa-Gemeinschaft (Freihandel etc) incl. Rußland auf den Weg zu bringen, statt sie auszuschließen, ständig weiter auf Konfrontation zu gehen, einen Raketenschutzschirm vor ihre Nase zu setzen usw.

    Hintergrund war sicherlich auch des Einfluß aus USA, die das möglichst unterbinden wollten.
    Daß sich Rußland Europa verbunden fühlte zeigt, daß 40% ihrer Devisenreserven im Euro angesiedelt sind. Das könnte sich, auch wegen der jüngsten Ereignisse ändern.

    Nun entsteht ein neuer Block, OHNE gemeinsame Währung, aber im Hinblick auf einen wirtschaftl. Verbund zur Förderung größerer Aufgaben.

    Dazu gehört auch die Meldung vom Tage:

    China und Brasilien nabeln sich vom Dollar ab

    Fast die Hälfte ihres bilateralen Handels wollen sie künftig in den eigenen Währungen Yuan und Real abrechnen.

    Die Finanzminister und Notenbankchefs beider Staaten unterzeichneten am Dienstag vor Beginn des Treffens der fünf wichtigsten Schwellenländer (Brics) in Südafrika eine entsprechende Vereinbarung. Damit können jährlich Geschäfte im Gegenwert von bis zu 30 Milliarden Dollar in Real oder Yuan bezahlt werden. Das ist fast die Hälfte des bilateralen Handelsvolumens von 75 Milliarden Dollar (rund 58 Milliarden Euro).

    Nun strebt die USA eine Freihandelszone mit der EU an, die Franzosen haben schon widersprochen.
    Die Aufgabe von Souveränität der EU-Staaten im Hinblick auf eine Zentralregierung durch Brüssel wird wohl ebenfalls auf großen Widerstand führen.

    Diese Zwangsgemeinschaft solch ungleicher Staaten unter einer Währung war und wird nicht zu unser aller Wohl sein, wie sich jetzt nach 10 Jahren eindeutig zeigt: nur Schwierigkeiten, Unsicherheiten bis auf große Verwerfungen auf unabsehbare Zeit.

    Politik ist leider oft mehr einem Gedanken im opportunen Jetzt, als der sinnvoll bedachten Zukunft verhaftet.

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