Entwicklungsländer
Brüssel fordert Milliarden für Klimaschutz

Die EU muss sich nach Einschätzung der Brüsseler Kommission mittelfristig auf jährliche Kosten von bis zu 14 Milliarden Euro für den Klimaschutz in Entwicklungsländern einstellen. Die EU-Kommission will ihren Etat aufstocken – und ließ keinen Zweifel daran, wer den Löwenanteil zahlen soll.

BRÜSSEL/BERLIN. Europa müsse einen „substanziellen Beitrag“ für die Dritte Welt leisten, um ein neues globales Klimaschutzabkommen zu ermöglichen, heißt es in einer Mitteilung der EU-Behörde, die dem Handelsblatt vorliegt. Dass den Löwenanteil der finanziellen Last Deutschland schultern soll, daran lässt die Kommission in dem Papier keinen Zweifel erkennen.

Von ihrem Vorstoß erhofft sich die EU-Behörde neuen Schwung für die globalen Klimaschutzverhandlungen. Industriestaaten, Schwellen- und Entwicklungsländer wollen im Dezember in Kopenhagen ein neues Klimaabkommen schließen. Ziel ist, die CO2-Emissionen ab 2013 deutlich zu senken, um die Erderwärmung zu bremsen. Doch die Verhandlungen kommen bisher kaum voran.

Die EU-Regierungschefs beschließen ihre Position für die Kopenhagener Konferenz beim EU-Gipfel im Oktober. Die Vorlage dafür kommt von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas und soll am Donnerstag veröffentlicht werden.

In dem Papier beziffert die Kommission die Kosten des Klimaschutzes in den Entwicklungsländern mit insgesamt rund 100 Mrd. Euro pro Jahr. Das Geld soll teils von privaten Investoren, teils aus öffentlichen Haushalten der Industriestaaten und Schwellenländer kommen. Die EU müsse „ein einziges, allgemeines Angebot“ im Namen aller 27 Mitgliedstaaten an die Entwicklungsländer machen, fordert die Kommission.

Einen ersten Schritt in diese Richtung sollten die EU-Regierungschefs schon bei ihrem Gipfel im Oktober machen und der Dritten Welt einen jährlichen Klimaschutzbeitrag zwischen 1,4 und 3,6 Mrd. Euro für die Jahre 2010 bis 2012 anbieten, fordert die EU-Behörde. Weitere finanzielle Zusagen an die Dritte Welt für die Zeit nach 2013 solle die EU im Oktober allerdings noch nicht machen, heißt es in dem Papier.

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