Entwicklungsländer: Deutschland soll für den Klimawandel zahlen

Entwicklungsländer
Deutschland soll für den Klimawandel zahlen

Deutschland hat Schulden bei den Entwicklungsländern. Um die Folgen den Klimawandels abzufedern, hat Berlin den ärmeren Ländern auf der Klimakonferenz von Kopenhagen 1,26 Mrd. Euro Hilfe zugesagt - aber bisher noch nicht gezahlt. Nun verlangen ausländische Diplomaten, dass Deutschland seine Versprechen einhält.
  • 2

HB GENF. Deutschland steht bei Entwicklungsländern in einer Zahlungspflicht in Höhe von über 1,2 Mrd. Euro für den Klimaschutz. Das geht aus einer Liste hervor, die am Freitag in Genf am Rande einer Vorbereitungskonferenz für den nächsten Weltklimagipfel im Dezember in Cancún (Mexiko) veröffentlicht wurde.

Die von der niederländischen Umweltministerin Tineke Huizinga vorgestellte Auflistung für sechs Industriestaaten ist Teil einer Anschubfinanzierung für den Klimaschutz in Entwicklungsländern.

Nach dieser Liste hat Deutschland 1,26 Mrd. Euro bis 2012 zugesagt, aber noch nicht ausgezahlt. „Der Planungsprozess in Deutschland ist noch nicht beendet“, hieß es auf der Konferenz zum Thema Freigabe der Gelder. Deutschland beabsichtige, sich an sieben Projekten zu beteiligen, darunter den Bau eines Solarkraftwerkes in Marokko. Frankreich hat eine gleich hohe Summe wie Deutschland bereits den Vereinten Nationen zur Verfügung gestellt. Ähnliches gilt für Dänemark, Norwegen, die Niederlande und Großbritannien.

Auf dem Klimagipfel in Kopenhagen hatten die Teilnehmer vereinbart, dass die reicheren Staaten den Entwicklungsländern kurz- und langfristig Geld überweisen, um die Folgen des Klimawandels abzufedern. Als Anschubfinanzierung sollen 30 Mrd. Dollar (23,4 Mrd. Euro) aufgebracht werden. Bis 2020 sollen es sogar 100 Mrd. Dollar im Jahr sein. „Sie (die Liste) wird Vertrauen schaffen, dass diese Versprechen auch eingehalten werden“, sagte Huizinga, die bald weitere Einträge reicher Länder erwartet.

Schweizer Diplomaten, die das zweitägige Treffen mit 45 Ländern in Genf zusammen mit Mexiko organisiert hatten, sprachen von einer „konstruktiven Atmosphäre“ des Treffens. „Wir haben offen und oft auch außerhalb traditioneller Verhandlungspositionen diskutiert, gemeinsam nachgedacht und so unser Verständnis der Probleme und möglicher Lösungsansätze geschärft“, sagte Umweltminister Moritz Leuenberger. Entscheidungen wurde nicht gefasst.

Es habe Einigkeit bestanden, dass zur Langfristfinanzierung im Klimabereich ein Fonds gebraucht werde, sagte der Minister. Mexikos Außenministerin Patricia Espinosa nannte das Treffen einen wichtigen Meilenstein zur Vorbereitung von Cancùn. „Die Finanzen sind eine der zentralen Fragen für eine Lösung im Klimabereich“, sagte Espinosa.

Kommentare zu " Entwicklungsländer: Deutschland soll für den Klimawandel zahlen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @ Charly W.

    Deutschland soll für den Klimawandel zahlen, weil es, wie bei den Weltkriegen, der Alleinverursacher ist.

    Das ist doch völlig klar, oder nicht?

  • Für welchen Klimawandel sollen wir denn zahlen?
    Seit Jahren wird es wieder kälter, haben wir das etwa verursacht?
    Die Klimalüge ist doch längst aufgedeckt.
    Wer jetzt noch was zahlt ist kriminell. Mal bei klimaskeptiker.info schlau machen lassen!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%