Entwurf eines Untersuchungsreports: US-Regierung wird Versagen bei „Katrina“ vorgeworfen

Entwurf eines Untersuchungsreports
US-Regierung wird Versagen bei „Katrina“ vorgeworfen

Der US-Kongress hat der „Washington Post“ zufolge Präsident George W. Bush und seiner Regierung vorgeworfen, die Schwere von Hurrikan „Katrina“ unterschätzt zu haben. In einem Bericht des Kongresses würden 90 Punkte aufgelistet, in denen die Reaktion der Regierung unzureichend gewesen sei.

HB WASHINGTON. Die US-Regierung hat in den Tagen vor und nach „Katrina“ auf den verschiedensten Ebenen schwer versagt - von Präsident George W. Bush bis zur Behörde für Katastrophenmanagement (Fema). Das geht aus dem Entwurf eines Untersuchungsreports hervor, den eine Kommission des US-Abgeordnetenhauses erarbeitet hat und über den die „Washington Post“ am Sonntag berichtete. Insgesamt werden 90 Fälle von Fehlern und Versäumnissen aufgelistet, durch die lebensrettende Maßnahmen vor und nach dem Hurrikan am 29. August vergangenen Jahres verhindert worden seien.

Die scharfen Vorwürfe fallen besonders stark ins Gewicht, da die Ermittlungen von elf Republikanern - also Mitgliedern von Bushs eigener Partei - durchgeführt worden waren. Die oppositionellen Demokraten hatten die Untersuchungen wegen Zweifeln an der Unvoreingenommenheit der Republikaner boykottiert. Ein Senatsausschuss mit Vertretern beider Parteien führt aber zur Zeit ebenfalls Ermittlungen durch. Auch das Weiße Haus will in Kürze einen eigenen Untersuchungsbericht vorlegen.

In dem Abgeordneten-Report, der am Mittwoch veröffentlicht werden soll, kommt das Gremium zu dem Schluss, dass die verschiedenen Regierungsstellen aus den Terroranschlägen vom 11. September nichts gelernt, Warnungen hinsichtlich des Ausmaßes der Hurrikan-Katastrophe missachtet, Notfall-Programme nicht in die Tat umgesetzt und nicht genügend miteinander kommuniziert hätten.

Besonders hart geht die Kommission mit Heimatschutzminister Michael Chertoff ins Gericht. Er habe die Ereignisse „abgehoben“, das heißt distanziert verfolgt und Notfall-Programme der Regierung „spät, unwirksam oder überhaupt nicht“ umgesetzt und die Entsendung von Truppen, Ausrüstung sowie Lebensmitteln um bis zu drei Tage verzögert. Weiter heißt es, die Fema und das Militär hätten rivalisierende Kommandostellen eingerichtet und dadurch ebenfalls die Reaktion auf den Hurrikan verlangsamt.

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