Entwurf zu Anlagerichtlinien
Wie der ESM seine Milliarden verteilen darf

Ein Entwurf zu den Anlagerichtlinien skizziert, wie die Investitionen des ESM aussehen sollen. In „umsichtiger Weise“ solle der Rettungsfonds Papiere kaufen und verkaufen, heißt es. Und er darf mehr als sein Vorgänger.
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Der permanente Europäische Rettungsfonds wird den Kern seiner Gelder in mit “AA” oder höher benotete Papiere investieren, die von Staaten, Zentralbanken, Euroraum-Behörden und internationalen Institutionen begeben wurden. Das geht aus einem Entwurf zu den Anlagerichtlinien hervor, der Bloomberg News vorliegt. Der Fonds hat auch die Befugnis, in Bankanleihen zu investieren, wenn er wächst.

Der Europäische Stabilitätsmechanismus, der nächsten Monat an den Start gehen soll, werde mindestens 15 Prozent des maximalen Kreditvolumens - oder 75 Mrd. Euro von letztlich 500 Mrd. Euro - in “Vermögenswerte höchster Bonität” investieren, heißt es in den Richtlinien.

Er unterscheidet sich insofern von seinem Vorgänger, als die Möglichkeit besteht, mit dem eingezahlten Kapital Gewinne zu erzielen. Die im nächsten Jahr auslaufende Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (ESFS) basierte auf Staatsgarantien. Die Befugnisse des neuen Fonds - die von Bondmarktinterventionen und Kreditlinien bis zu direkten Krediten an Staaten und der Fähigkeit zur Rekapitalisierung der Banken reichen - lehnen sich an die Kompetenzen des EFSF an.

Die Vermögensverwaltungspolitik des Rettungsfonds “soll zur Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit des ESM beitragen, umsichtig ausgeführt werden und zu einem effizienten und flexiblen Portfolio-Management beitragen”, so die Richtlinien.

Das europäische Ziel eines ruhigeren Krisenmanagements hängt vom ESM ab, der nicht von Garantien abhängig ist, welche die Reichweite des vorübergehenden Rettungsfonds EFSF begrenzten. Die Finanzminister wollen die Richtlinien am 8. Oktober ratifizieren und den ESM in Betrieb nehmen.

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  • Der Europäische Stabilitätsmechanismus, der nächsten Monat an den Start gehen soll, werde mindestens 15 Prozent des maximalen Kreditvolumens - oder 75 Mrd. Euro von letztlich 500 Mrd. Euro - in “Vermögenswerte höchster Bonität” investieren, heißt es in den Richtlinien.

    Und genau damit wird man dann D das Messer an die Brust setzen können. Werkelt bis zum Umfallen ansonsten geht die EU pleite. Warum soll der ESM sein Geld in Papier mit guter Bonität stecken. Das ist doch absolute Zweckverfremdung. Es wird immer perverser.

  • @ kvogeler & Rene

    Bei der ANLAGE geht es NICHT um Rettung, sondern um das Parken von noch nicht eigesetzten Rettungsmitteln.

    Der ESM will stets eine Reserve von 15% des noch verfügbaren Darlehensvolumens vorhalten, um im Bedarfsfalls schnell agieren zu können ohne ausgerechnet dann gleich an die Finanzmärkte gehen zu müssen zwecks eigener Refinanzierung wenn die unruhig sind.

  • Wenn der ESM zur Rettung der Maroden eingerichtet wird,
    kann man sich schon fragen, wieso er unser Steuergeld in AA Papiere investiert.
    Diese sollten am Markt auch ohne die Unterstützung der dummen Steuerzahler unterkommen.

    Oder will der ESM auf eigenen Rechnung zocken?
    Der Vertrag lässt das zu und die zu gewinnenden Summen bei Riskoübernahme durch das Wahlvieh sind sicher lockend.
    Das gibt fette Boni bei garantierter Rechenschaftslosigkeit und Immunität.
    Der Mafiavertrag gibt das her.

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