Er brachte sich selbst ins Spiel
Laszlo Kovacs – Kandidat ohne Rückhalt

In Ungarn wird kaum jemand besonders traurig sein, sollte der designierte Energiekommissar und amtierende ungarische Außenminister Laszlo Kovacs dem Tauziehen um die künftige Kommission zum Opfer fallen. Die oppositionelle Bürgerbewegung des früheren Premiers Viktor Orban hatte seiner Kandidatur ohnehin nicht zugestimmt.

Und die regierenden Sozialisten haben ihn nur benannt, weil er sich selbst massiv ins Spiel brachte. Vom neuen Premier Ferenc Gyurcsany ist bekannt, dass er regierungsintern betont, Kovacs sei vor seiner Zeit nominiert worden. Gyurcsany wird sein Amt nutzen, um einen anderen Kandidaten zu benennen. Damit kommt Peter Balazs ins Spiel, der Ungarn gegenwärtig in der EU-Kommission repräsentiert. Balazs, der Botschafter in Brüssel und ungarischer Chefunterhändler war, gilt als einer der besten EU-Kenner des Landes.

Sollte Kovacs scheitern, wird dies vermutlich auch das Ende seiner politischen Karriere sein. Erst vor zwei Wochen wurde Istvan Hiller zu seinem Nachfolger als Vorsitzender der Sozialistischen Partei gewählt. Zusammen mit Premier Gyurcsany wird Hiller versuchen, die Partei nach dem Vorbild von Tony Blair und „new labour“ zu modernisieren. Demgegenüber gilt Kovacs als klassischer postkommunistischer Sozialdemokrat, der sich in die neuen Zeiten hinübergerettet hat.

Auch sein Amt als ungarischer Außenminister wird Kovacs nur noch einige Tage ausüben. Schon hat Premier Gyurcsany den Karrierediplomaten Ferenc Somogyi als Nachfolger nominiert. In dieser Rolle ist Somogyi gerade mit dem Premier in Japan unterwegs. Der neue Außenminister war verantwortlich für den Nato-Beitritt Ungarns und hat zuletzt als Vertreter der ungarischen Telekomgesellschaft Matav in Mazedonien gearbeitet. Kovacs darf in dieser Woche noch an der Unterzeichnung der EU-Verfassung in Rom teilnehmen, um in der nächsten Woche sein Amt abzugeben.

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