Er hat vieles „gut gemacht“ Berlusconi lobt Diktator Mussolini

Zum Holocaust-Gedenktag schockt Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi die Italiener: Faschistenführer Mussolini habe „schwerste Fehler“ gemacht. Aber viele Dinge habe er auch „gut gemacht“.
Update: 28.01.2013 - 07:35 Uhr
Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi lobt Diktator Mussolini. Quelle: dpa

Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi lobt Diktator Mussolini.

(Foto: dpa)

RomDer ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi findet an Faschistenführer Benito Mussolini nicht alles schlecht. Die antisemitischen Rassegesetze von 1938 nach nationalsozialistischem Muster seien Mussolinis „schwerster Fehler gewesen, sagte Berlusconi am Sonntag vor Journalisten am Rande einer Feierstunde zum Holocaust-Gedenktag in Mailand. Viele andere Dinge aber habe er „gut gemacht.

Zudem verteidigte er den Diktator dafür, dass er sich auf die Seite Adolf Hitlers geschlagen habe: Mussolini habe sich vermutlich gedacht, dass Deutschland an Macht gewinnen werde, sodass es für Italien besser wäre, sich mit Deutschland zu verbünden.

Ab 1938 hatte Mussolinis faschistische Regierung eine Reihe von Rassengesetzen erlassen, die Juden in Italien diskriminierten und zu ihrer Verfolgung führten. Berlusconi sagte, Italien habe „nicht dieselbe Verantwortung wie Deutschland" für die Judenverfolgung.

Berlusconi erntete für seine Äußerungen sogleich Kritik. „Es ist schlicht widerlich, dass Berlusconi sich gerade an dem Gedenktag daran macht, das Handeln des Diktators zu rehabilitieren, der Italien in den Zweiten Weltkrieg geführt hat, erklärte die Europaabgeordnete der italienischen Demokratischen Partei, Debora Serracchiani. Berlusconi trage damit "eine sehr schwere moralische und politische Verantwortung.

Italiens Regierungschef Mario Monti sagte auf derselben Veranstaltung in Mailand, die Gefahr der Ausgrenzung und des Antisemitismus sei in Italien noch durchaus präsent. „Wir müssen sehr aufmerksam sein, so dass diese Feuer, die hin und wieder ausbrechen, nicht mehr zu Tragödien führen, welche die Menschheit nicht mehr erleben darf", sagte er.

Berlusconi selbst reagierte am Sonntagabend mit einer Erklärung, es könne gar keine Unklarheit über die faschistische Diktatur geben. „Meine historischen Analysen sind immer auf der Grundlage einer Verurteilung von Diktaturen gegründet gewesen.“ Seine eigene Rolle sei immer die eines „historischen Freundes Israels“ gewesen.

Berlusconi führt bei den italienischen Parlamentswahlen Ende Februar die Mitte-Rechts-Koalition an. Sollte sein Bündnis siegen, will er möglicherweise Wirtschaftsminister werden. Auf das Amt des Ministerpräsidenten erhebt er nach seinen jüngsten Aussagen keinen Anspruch.

Was aus Berlusconis Frauen wurde
huGO-BildID: 29189162 A picture taken on October 27, 2012 shows Francesca Pascale at villa Gernetto in Lesmo, near Monza. Silvio Berlusconi during a
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Sie ist die Neue an Berlusconis Seite: Die 28-jährige Francesca Pascale ist die Verlobte von Silvio Berlusconi.

Italy Berlusconi
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Über seine Qualitäten als Liebhaber schwärmt er selbst am meisten. Berlusconi kann auf seinem Konto unzählige Affären verbuchen. Der ehemalige italienische Ministerpräsident sagte einmal, dass es sei besser sei, „eine Leidenschaft für schöne Frauen zu haben als schwul zu sein". Oder er begründet seine Vorliebe für schöne Frauen so: Er habe eine hohe Arbeitsbelastung, daher schaue er hin und wieder eben schöne Frauen an. Vielen von ihnen verhalf er während seiner Regierungszeit zu einträglichen Jobs.

KOMBO - Silvio Berrlusconi und Ruby
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Ruby Rubacuori: Eine Frau, ein Name, eine Affäre. Ruby, Tänzerin aus Marokko, gehört zur Frauenriege des Ex-Regierungschef und ist eine seiner berühmtesten Gespielinnen. Die junge Frau, die in Wirklichkeit nicht Ruby, sondern Karima el Marough heißt, soll Escortgirl sein. Und noch schlimmer: Bei dem Techtelmechtel mit dem Politiker, war sie noch minderjährig. Das hielt die damals 17-Jährige nicht davon ab, von Berlusconis Parties in seiner Villa zu erzählen. Die Geschichte ging für den Cavalliere nicht gut aus: Die Mailänder Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen den Premier wegen Sex mit der 17-jährigen ein. Die Untersuchung führte zu einem Prozess, der momentan noch läuft.

Italy's Equal Opportunities Minister Mara Carfagna attends a debate in the upper house of Parliament in Rome
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Mara Carfagna: Die schöne Frau stieg unter Mentor Berlusconi sehr schnell auf und machte Karriere als – ausgerechnet -  Ministerin für Gleichstellungsfragen. Die Ex-Miss-Italien-Kandidatin wurde von den Medien daraufhin prompt der Titel der „Schönsten Ministerin der Welt“ verliehen. Weniger lustig fand das ganze Schauspiel Berlusconi’s Ehefrau. Und als der Politiker vor laufender Kamera dann auch noch erklärte, er würde die schöne Mara Carfagna heiraten, wenn er nicht schon eine Ehefrau hätte, war das Fass übergelaufen. Veronica Lario verlangte daraufhin von ihrem Mann eine öffentliche Entschuldigung – der Berlusconi dann auch prompt nachkam.

Und es schien, als ob der Cavalliere einfach nicht dazu lernt: Auch dem Model Aida Yespica versprach Berlusconi im selben Jahr noch, dass er mit ihr „überall hinginge, sogar in die Wüste“. Die wutentbrannte Ehefrau Berlusconis verlangte von ihrem Mann erneut öffentliche Abbitte.

Bunga-Bunga-Partys
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Nicole Minetti war vorübergehend Berlusconis Zahnpflegerin – und später wahrscheinlich auch mehr. Sie wurde, dank Berlusconi, norditalienische Abgeordnete in der Lombardei. Im Gegenzug organisierte die ehemalige Zahnarzthelferin die vielbeschworenen Bunga-Bunga-Partys, bei der sie für die nötigen Frauen gesorgt haben soll. Sicher ist, dass Minetti bei fast jedem Fest in Berlusconis Villa mit dabei war.

Schauspielerin von Berlusconi für "Volk der Freiheit" vorgeschlagenEleonora Gagglioli
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Eleonora Gaggioli: Auch diese 33-jährige blonde Italienerin schloss der Premier schnell in sein Herz. Ganz fix machte er sie zu einer seiner drei Kandidatinnen für das EU-Parlament. Dabei machte Eleonora Gaggioli wohl auch eher aufgrund ihrer äußerlichen Qualitäten auf sich aufmerksam, als ihrer fachlichen Kenntnisse. Zuvor war sie, wie viele andere ihrer Nachfolgerinnen und Vorgängerinnen, als  TV-Sternchen in Italien tätig.

"Big Brother"-Teilnehmerin von Berlusconi für "Volk der Freiheit" vorgeschlagen und abgelehntAngela Sozio
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Angela Sozio: Da capo al fine: Ein weiterer Name, eine weitere schöne Frau. Angela Sozio fällt nur aufgrund ihrer Haarfarbe aus der Reihe. Die Frau mit dem flammend roten Haupthaar war Teilnehmerin der italienischen „Big Brother Folgen“. Später wurde Sozio dabei erwischt wie sie während eines Wochenende-Trips auf Berlusconis Schoß saß. Später wurde auch diese Dame eine von Berlusconis Kandidatinnen für die Europawahlen. Berlusconis Frau meldete sich zu Wort: Sie bezeichnete die Frauen als „schamlose Luder im Dienste der Macht“.

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