„Er stirbt sowieso“ Kommentar von Trumps Assistentin über Senator McCain sorgt für Fassungslosigkeit

Die Assistentin Trumps sorgt mit einer Bemerkung über den todkranken Senator für Wirbel. McCain hatte zuvor eine Entscheidung Trumps kritisiert.
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Der 81-jährige US-Senator ist an einem aggressiven Krebs erkrankt, der das Gehirn angreift. Quelle: AP
John McCain

Der 81-jährige US-Senator ist an einem aggressiven Krebs erkrankt, der das Gehirn angreift.

(Foto: AP)

WashingtonEine Bemerkung einer Mitarbeiterin des Weißen Hauses über den Trump-kritischen und schwerkranken Senator John McCain hat in Washington Fassungslosigkeit hervorgerufen. Bei einer Besprechung der Aussichten der von Präsident Donald Trump als CIA-Direktorin nominierten Gina Haspel sagte die Sonderassistentin des Präsidenten, Kelly Sadler, zur Kritik McCains am Trumps Kandidatin: „Das macht doch nichts“, denn: „Er stirbt sowieso.“ 

Zwei Personen, die bei der Besprechung dabei waren, bestätigten das am Freitag der Nachrichtenagentur AP. Die Zeitung „The Hill“ hatte zuerst über die Bemerkung berichtet.

Das Weiße Haus dementierte die Zitate nicht. In einer Erklärung hieß es: „Wir achten Senator McCains Dienst für unsere Nation und beten für ihn und seine Familie in dieser schwierigen Zeit.“ Sadler reagierte bis Freitag nicht auf eine am Donnerstagabend gestellte Anfrage der AP.

McCain geriet während des Vietnam-Krieges in Gefangenschaft und wurde in der Haft gefoltert. Er gilt als ein erklärter Gegner brutaler Verhörmethoden. Der 81-jährige Senator ist an einem aggressiven Krebs erkrankt, der das Gehirn angreift: Glioblastom. Im Dezember verließ er Washington, im April wurde er nach einer Infektion operiert. Ein Glioblastom gilt als nicht heilbar.

Trotz seiner Krankheit verfolgt McCain die Politik in Washington und meldet sich auch immer wieder zu Themen um Geheimdienste und Militär zu Wort. Am Mittwoch sprach er sich gegen eine Bestätigung Haspels aus. Er wird voraussichtlich nicht an der Abstimmung im Senat teilnehmen können. Die Republikaner haben dort 51, die Demokraten 49 Sitze.

McCain rief seine Kollegen dazu auf, Haspel abzulehnen. Er respektiere Haspel, aber ihre Einlassungen bei ihrer jüngsten Anhörung vor dem Senat hätten ihre Verwicklung in die umstrittenen CIA-Verhörmethoden nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 nicht zufriedenstellend erklärt, sagte McCain. Zudem habe Haspel nicht überzeugend Rechenschaft über Fehler abgelegt, die die USA mit der Folter von Gefangenen begangen hätten.

Methoden, die Amerika für die nationale Sicherheit anwende, müssten genauso rechtschaffen sein wie die Werte, die Amerikaner selbst leben und in der Welt hochhalten wollten, mahnte der republikanische Präsidentschaftskandidat von 2008.

Trump hatte im Wahlkampf 2015 auf McCains Kriegsgefangenschaft angespielt, als er erklärte, der Senator sei für ihn kein Kriegsheld, weil er in Vietnam gefangen worden sei. „Ich mag Leute, die nicht gefangen wurden.“ 

Ein ehemaliger Luftwaffengeneral nahm dies in der Haspel-Diskussion wieder auf: Thomas McInerney bezeichnete McCain im Fernsehsender Fox als „Singvogel John“, der als Kriegsgefangener den Nordvietnamesen Informationen gegeben habe. Der Sender teilte am Freitag mit, der pensionierte Generalleutnant werde bei ihm nicht mehr auftreten.

McCains Familie reagierte empört auf Sadler. Seine Frau Cindy twitterte: „Darf ich Sie daran erinnern, dass mein Mann eine Familie hat, sieben Kinder und fünf Enkel?“ Tochter Meghan McCain sagte in „The View“ zu Sadler und McInerney: „Ich verstehe nicht, in was für einer Umgebung Sie arbeiten, in der so etwas akzeptabel ist und Sie den nächsten Tag zur Arbeit kommen können, und immer noch einen Job haben.“

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  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • ein unmöglicher und verletzender Kommentar.

    allerdings nicht für die Öffentlichkeit gedacht, sondern in einer internen Besprechung (unbedacht?) geäußert.

    Der Senator ist ein Kriegstreiber, auch nicht schön für die Opfer seiner Politik und Weltanschauung in der Vergangenheit. Da sind auch Menschen gestorben, ohne krank gewesen zu sein.

    Die Medaille hat immer zwei Seiten.

    Dennoch, unmöglicher Kommentar.

  • Trump darf seine Soldaten und Kriegshelden verunglimpfen ... wäre so etwas unter Obamas Führung passiert, wär ein Bürgerkrieg ausgerufen worden ...

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