„Erbärmliches Spiel“ Griechen fühlen sich von Deutschland „denunziert“

Griechenland macht angesichts seiner Schuldenkrise Front gegen seine europäischen Partner. Die Regierung in Athen forderte, die EU solle ihre Unterstützung für das hoch verschuldete Land konkretisieren. Griechische Politiker gehen noch weiter – mit heftigen Attacken auf Deutschland: Berlin spiele auf Kosten Griechenlands „eine führende Rolle in einem erbärmlichen Spiel“.
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Laute Töne aus Athen: die Griechen sind erbost über die Haltung Deutschlands in der Schuldenkrise. Quelle: ap

Laute Töne aus Athen: die Griechen sind erbost über die Haltung Deutschlands in der Schuldenkrise.

(Foto: ap)

dne/HB ATHEN. „Wie kann Deutschland die Frechheit besitzen, uns wegen unserer Finanzen zu denunzieren, wenn es noch immer keine Entschädigung für die griechischen Opfer des Zweiten Weltkriegs gezahlt hat?“, sagte Margaritis Tzimas von der größten Oppositionspartei, den Neuen Demokraten, am Donnerstag im Parlament. „Es gibt noch immer Griechen, die um ihre verlorenen Brüder weinen.“

Sechs Abgeordnete der kleinen Linken Koalitionspartei forderten die Regierung auf, wegen Reparationszahlungen Druck auf die Bundesregierung auszuüben. Zugleich machten sie deutsche Banken und Politiker für die Krise des Mittelmeerstaates mitverantwortlich. „Mit ihren Äußerungen spielen deutsche Politiker und deutsche Finanzinstitute eine führende Rolle in einem erbärmlichen Spiel, bei dem Geschäftemacherei auf Kosten der Griechen betrieben wird“, hieß es in einer Anfrage der Abgeordneten an die Regierung.

Die Grünen wiesen die Kritik als populistisch zurück. "Die Diskussion über mögliche Hilfen für Griechenland wird in Deutschland wie in Griechenland viel zu national geführt, dabei müssten alle Beteiligten dringend eine europäische Perspektive einnehmen", sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Gerhard Schick, am Freitag im Gespräch mit Handelsblatt Online. Denn es gehe nicht nur um miserable Haushaltspolitik in Griechenland, sondern auch um Probleme, die der Europäischen Union insgesamt schadeten und um Schwächen der europäischen Verträge. "Populisten in beiden Ländern richten massiven Schaden an, wenn sie mit Populismus und Polemik deutsche und griechische Bürger gegeneinander aufzubringen versuchen", warnte Schick. Europa werde in dieser Finanzkrise nur gemeinsam erfolgreich sein.

Schick betonte zudem, dass Deutschland nicht schuld an der Haushaltspolitik Griechenlands sei, "wohl aber haben wir Mitverantwortung für die wirtschaftlichen Ungleichgewichte in der Euro-Zone und für die Fehler der europäischen Politik, die bei der Griechenland-Krise ebenfalls relevant sind". Schließlich habe Deutschland sich bislang "mit Händen und Füßen gegen die dringend notwendige wirtschaftspolitische Koordinierung in Europa gewehrt und war wesentlich an der Gestaltung des ungeeigneten Stabilitäts- und Wachstumspakts beteiligt".

Finanzminister Giorgos Papaconstaninou vermied laute Töne. „Wir alle haben Kritikpunkte, wie das griechische Problem in dem einen oder anderen Land öffentlich wahrgenommen wird“, sagte er. An die Neue Demokratische Partei gerichtet fügte Papaconstantinou hinzu, die Partei hätte während ihrer Regierungszeit bis Oktober Kritik an Deutschland richten können.

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38 Kommentare zu "„Erbärmliches Spiel“: Griechen fühlen sich von Deutschland „denunziert“"

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  • Liebe Freunde,
    es wundert mich total,DASS versucht wird,Desinformationen zu verbreiten,so dass die deutsche Öffentlichkeit hinters Licht geführt wird.ich versuche als Deutscher griechischer Abstammung einiges zu klären:

    1.

    Abgeordneter Tzimas ist ein Opositionsabgeordneter,er representiert somit nicht die
    amtierende grieschische Regierung und spricht nicht für das griechische Volk!

    2.

    Er ERWÄHNTE keineswegs das Wort "Kriereparationen"
    und forderte keine "Kriegsentschädigungen"!!!

    3.

    Er benutze lediglich,in einem Moment der Aufregung wegen des
    Titelblatts von Focus,das Wort "Rückzahlung" des
    Zwangsdarlehens":Deutschland hatte während des2.Weltkrieges die Wirtschaft des griechischen States benutzt und vollkomen zerstört,um die besetzung Griechenland durch Deutsche Doldate zu finanzieren!Die blieb in der Geschichte als das "Zwangsdarlehen" und in den 60-jahren versprach Deutschland eine Rückzahlung!!!!in den Neunzigern Jahren unter Gerhard Schröder wurde den Griechen mitgeteilt:" sie hätten die Frist versäumt und die Schulden Deutschlands an Griechenland wären verjährt!Der Griechische Staat behält sich immernoch vor, die "Sache" vor dem Europäischen Gerichtshof zu bringen,es handelt sich immerhin um 20.Milliarden Euro!!!!!


    4.

    ihre Korrespodente aus Athen sprechen wohl kein Wort Griechisch und es kommt öfters zu Missverständnissen,wenn er etwas weiter berichtet.

    5.

    Die Griechen haben als Volk und als Staat NiE Geld von den Deutschen verlangt!Die Tatsache ,dass es vereinzelte Stimmen oder Gruppen( wie das distomo Dorf vor drei Jahren)die tun gibt keineswegs wieder,was der Rest der Griechen denkt und will!!!

    6.

    Es fällt auf, dass sichin letzter Zeit die deutschen Medien stark auf die Verfälschung der statistischen Daten Griechenlands konzetriert haben,um die Griechen als betrüger darzustellen!es wird nicht erwähnt: -Das die Griechen selbst dies aufgedeckt haben,es war also eine SELbSTANZEiGE!Die alte Regierung wurde abgewähl und bestraft!

    7.

    ich frage mich ,wessen interrese stecken Dahinter,die unbedingt wollen,die griechische Wirtschaft und damit den EURO abzuschwächen!

  • bleibt mal locker. Ein bisschen Angstbeissen sei gestattet. ist doch mehr als albern sich durch so eine plumpe Anmache provozieren zu lassen. besser ihr fahr alle weiter nach Griechenland, sonst müsst ihr das Geld an die Griechen doch trotzdem bezahlen, aber ohne Sonne und ohne Ouzo ;)

  • Als langjähriger Grichenlandfahrer 2-4 Monate habe ich ab sofort alle Pläne für Grichenlandfahrten gestrichen.in ein Land das uns dermaßen verleumdet muß ich meine Euros nicht tragen.Lügen haben kurze beine .

    Tourist

  • Über Jahre wurde uns erzählt, die Milliarden, die Deutschland an die EU zahlt seien gut angelegtes Geld für eine friedliche Zukunft Europas. Aber jetzt wo Griechenland aufgrund hausgemachter Probleme sparen soll, wird einfach mehr Geld von Deutschland gefordert und nationalistische Vorurteile gegen Deutsche werden wieder gepflegt. Anscheinend denken einige Leute in Griechenland in der EU habe Griechenland nur Rechte und Deutschland nur Pflichten ? Wie soll mit dieser Einstellung die EU zu einem Erfolg werden ?

  • Das ist alles sehr überzeugend! Erst lügen und betrügen und dann, wenn man ertappt ist und seine unverdiente Wohllebe in Gefahr sieht, wild um sich schlagen! Vielleicht mal Rentenalter von 57 auf 60 Jahre erhöhen? dann wäre der Abstand zu Deutschland geringer!

  • @ [28] Ayquinho... hat völlig recht!
    Wir haben hunderte EU-Milliarden finanziert und sind ein halbes Jahrhundert als Touristen gekommen um jährlich ein Viertel von deren biPs zu finanzieren und nun beleidigt man uns………. Also unbedingt Konsequenzen ziehen!
    Hab ich gemacht!!! Der geplante Familien-Hellas-Urlaub ist heute abend von mir gecancelt worden: bin ich denn blöd und werfe diesen respektlosen, revanchistischen und undankbaren Hellenen auch noch meine sauer verdienten Euros vor die Füsse? Nein, mach ich nicht!!! ich fliege mit meinen Leuten nach Andalusien…..die spanische Sonne war eigentlich immer schon schöner und ausserdem sind die Spanier nette Menschen.…..

  • „Wie kann Deutschland die Frechheit besitzen, uns wegen unserer Finanzen zu denunzieren, wenn es noch immer keine Entschädigung für die griechischen Opfer des Zweiten Weltkriegs gezahlt hat?“, sagte Margaritis Tzimas von der größten Oppositionspartei, den Neuen Demokraten, am Donnerstag im Parlament. „Es gibt noch immer Griechen, die um ihre verlorenen brüder weinen.“

    Griechenland hat die EU belogen und betrogen, nur deshalb hocken sie nun auch in brüssel und kassieren EU-Gelder, ohne die Kriterien zur Staatsverschuldung zu erfüllen.

    Reparationen haben die schon genug von der EU kassiert. Jetzt werden sie auch noch unverschämt. Schmeisst sie doch endlich wieder raus aus EURO-Land, da sie sich den Zugang ohnehin nur mit betrug erschlichen haben. Jetzt sind sie auch noch für neuen Unfrieden in der EU-Gemeinschaft verantwortlich!!!

  • Wen oder was sollen wir eigentlich noch finanzieren? Wo das hinführt, kann man sich doch an 5 Fingern abzählen. Wieso ist Merkel so scharf drauf, Deutschland dem Untergang zu weihen? Für unsere eigenen bedürfnisse (Kindergärten, Schulen, Straßen etc) ist kein Geld mehr da. Die bRD lebt seit Jahren auch nur auf Pump. Jeden Privatunternehmer würde man wegen insolvenzverschleppung anzeigen. Die Währungsunion hat uns "Normalos" bisher weitaus mehr gekostet, als eingebracht. Vor dem Teuro haben wir, bis auf ein paar Wenige, in der bRD alle besser gelebt. Eine Familie mit 3000,-- DM Nettoeinkommen konnte gut leben, was kann diese Familie heute mit 1500,--Euro anfangen? Sie ist schon fast Hartz iV !!! Wie lange soll das noch so weitergehen? Gleichzeitig greifen die EU-Kommissionen immer mehr in bürgerrechte ein - Rauchverbot, Versammlungsverbot, Glühbirnenverbot, Duschkopfverbot und dergleichen dienen doch nur der Daseinsberechtigung der von uns hoch bezahlten beamten und Politiker in brüssel und Luxemburg. Selbst die Todesstrafe wurde durch die Hintertür wieder eingeführt. Das ist der Weg in die EU-Diktatur. Und dafür dürfen die deutschen Steuerzahler bluten. So darf das nicht weitergehen!!!

  • die Griechen sind eben wie kleine Kinder, sie können einfach nicht mit Geld umgehen. Von Montag bis Sonntag sind alle Cafes voll, am Wochenende alle Restaurant, aber jammern. Natürlich ist wieder Hitler schuld, wenn den Griechen nichts mehr einfällt waren es die Deutschen. Die sollen ihre türkischen Freunde Fragen, die haben 400 Jahre Griechenland besetzt

  • @zeus
    Alexander war Mazedonier, clever argumentiert von den Griechen. Da fällt mir übrigens ein, Hitler war ja eigentlich Österreicher aus braunau am inn....also sollen die Griechen sich mal an Austria bezüglich der Reparationen halten....

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