Erdbeben in Italien
Bewohner sollen staatliche Hilfe bekommen

Noch immer trauen sich rund 5000 Menschen in Norditalien nicht in ihre Häuser. Bei einem Besucher kündigte Regierungschef Monti nun Steuererleichterungen für die Betroffenen an. Indes bebte auch in Bulgarien die Erde.
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RomItaliens Regierungschef Mario Monti hat bei einem Besuch im Erdbebengebiet im Norden des Landes schnelle staatliche Hilfe versprochen und den Bewohnern Steuererleichterungen in Aussicht gestellt. In Sant'Agostino traf er am Dienstag mit Betroffenen zusammen, von denen etwa 5000 sich aus Angst vor Nachbeben die zweite Nacht in Folge nicht in ihre Häuser trauten. Aus Bulgarien wurde derweil ein Beben der Stärke 5,8 gemeldet.

Monti wurde bei seiner Ankunft in Sant'Agostino laut Medienberichten von Anwohnern ausgebuht, die gegen den strengen Sparkurs der Regierung protestierten. Er wollte unter anderem Angehörige der sechs Todesopfer des Bebens vom Sonntag treffen und ihnen sein Mitgefühl aussprechen. Monti kündigte vor Journalisten an, dass die Regierung voraussichtlich den Ausnahmezustand für die betroffenen Gebiete ausrufen werde, was schnelle staatliche Hilfe erleichtern würde.

Zudem stellte der Regierungschef eine vorübergehende Aussetzung der Steuern in den betroffenen Gebieten in Aussicht. Die Arbeitgeberorganisation Confindustria schätzte den Schaden für die Unternehmen in der Region auf mehrere hundert Millionen Euro.

Aus Angst vor Nachbeben verbrachten rund 5000 Menschen die Nacht zum Dienstag erneut in Notunterkünften oder in ihren Autos. Es habe insgesamt mehr als 30 nächtliche Nachbeben gegeben, teilte das Institut für Geophysik mit. Allerdings habe nur eins von ihnen die Stärke 3,0 erreicht. Bei den Nachbeben seien keine Gebäude mehr eingestürzt, erklärten die Sicherheitskräfte.

Feuerwehrleute untersuchten am Dienstag weiter die am Sonntag beschädigten Häuser. Nur ein winziger Prozentsatz der Gebäude sei unbewohnbar, sagte der örtliche Chef des Zivilschutzes, Demetrio Egidi. "Wir hoffen, dass die Menschen, wenn sie sich beruhigt haben, in ihre Häuser zurückgehen."

Das Beben in Bulgarien ereignete sich gegen 03.00 Uhr Ortszeit (02.00 Uhr MESZ) im Westen des Landes, es folgten mehrere Nachbeben. Die Erdstöße waren auch in der Hauptstadt Sofia zu spüren, die nur etwa 30 Kilometer vom Epizentrum entfernt liegt. Zahlreiche Bewohner rannten in Panik im Schlafanzug auf die Straßen. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP sah in Pernik an Gebäuden schwere Schäden wie eingerissene Mauern, eingestürzte Schornsteine und zerborstene Fensterscheiben. Durch das Beben wurde nach Angaben des Innenministeriums niemand verletzt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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