Erdbeben in Japan: Nachbeben könnten Reaktoren weiter gefährden

Erdbeben in Japan
Nachbeben könnten Reaktoren weiter gefährden

Die Regierung schätzt die Zahl der Opfer auf über 10.000 Menschen - darunter womöglich auch Deutsche. Die betroffenen Atomkraftwerke könnten durch Nachbeben weiter gefährdet werden. Die aktuelle Entwicklung im Liveticker.
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Japan kämpft gegen die Bebenschäden und eine Atomkatastrophe. Die Nachrichten im Ticker:

+++ 17:53 +++

Der Reaktor Tokai zwei wird trotz des Ausfalls von zwei Dieselgeneratoren durch den funktionierenden dritten Generator ausreichend gekühlt, wie der AKW-Betreiber Japan Atomic Power mitteilte.

+++ 17:45 +++
Der Betreiber des Atomkraftwerks Onagawa in Japan hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde die niedrigste Notfallstufe ausgerufen. „Die Warnung wurde ausgesprochen, nachdem Radioaktivitätsmessungen in der Umgebung des Kraftwerks die zulässigen Werte überschritten hatten“, teilte die IAEA am Sonntag unter Berufung auf die japanischen Behörden mit. Diese untersuchen nun die Ursache für die radioaktive Strahlung.

+++ 17:11 +++
In einem dritten Atomkraftwerk in Japan hat eine Pumpe des Kühlsystems die Arbeit eingestellt, wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Feuerwehr berichtet. Es handelt sich um das AKW Tokai an der Ostküste südlich von Fukushima.

+++ 17:06 +++

Der Reaktor 2 des Fukushima Daiichi Atomkraftwerks wird mit funktionierendem Notsystem gekühlt, während in die Reaktoren 1 und 3 Meerwasser eingeleitet wird, so die japanische Atomaufsichtsbehörde NISA. In Meiler 2 war zuvor auch der Druck angestiegen. Bei den gleichfalls von Ausfällen des Kühlsystems betroffenen Reaktoren 1, 2 und 4 des Kernkraftwerks Fukushima Daini seien die Vorbereitungen zum Ablassen von Dampf abgeschlossen. In den Reaktoren war der Druck angestiegen, durch das Ablassen des radioaktiv verseuchten Wasserdampfes kann ein Schaden am Reaktordruckbehälter vermieden werden. Wann dieses „controlled venting“ erfolgen soll, steht noch nicht fest.

+++ 16:57 +++

Nach der nuklearen Katastrophe in Japan will die Linkspartei die Nutzung der Atomenergie gesetzlich verbieten. „Es muss ein für alle Mal gesetzlich festgelegt werden, dass die Nutzung der Kernkraft zur Stromgewinnung und der Export von Atomanlagen verboten ist“, so Parteichef Klaus Ernst. „Atomkraftwerke sind tickende Zeitbomben. Wir wollen den sofortigen Einstieg in den Ausstieg.“

+++ 16:38 +++

Die Brennstoffstäbe von Reaktor 1 sind inzwischen wieder im Wasser. Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 7,0 könnten die angeschlagenen Reaktoren aber weiter gefährden, so Experten.

+++ 16:34 +++

Premierminister Naoto Kan will den Wiederaufbau des hoch verschuldeten Japans nach dem Erdbeben ohne Steuererhöungen stemmen. Außerdem forderte er die Bevölkerung auf, die Wirtschaftslage weniger pessimistisch zu sehen.

+++ 16:27 +++

Nach dem schweren Erdbeben in Japan ist ein Vulkan im Süden des Landes wieder aktiv. Der Shinmoedake stoße Gestein, Asche und Gas aus, meldete der japanische Wetterdienst. Zuvor war der Vulkan mehrere Wochen nicht aktiv gewesen. Der Shinmoedake liegt rund 1.500 Kilometer vom Epizentrum des Erdbebens entfernt. Ob die Eruptionen mit dem Beben im Nordosten des Landes in Verbindung stehen, ist unklar.

+++ 16:25 +++

Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA bietet Japan erneut Hilfe bei dem Umgang mit den Folgen des Erdbebens und des Tsunamis an. Das Reaktions- und Hilfsnetzwerk RANET bestehe aus Staaten, die im Falle eines nuklearen Notfalls spezielle Hilfe leisten könnten, die von der IAEA koordiniert werde. Die IAEA kann bei Atomunfällen nur aktiv werden, wenn sie der betroffene Staat darum bittet.

+++ 16:11 +++

Experten warnen angesichts der schweren Unfälle in japanischen Atomkraftwerken besonders vor der Gefahr durch hochgiftiges und hochradioaktives Plutonium. Extrem schwierig sei die Situation deshalb im dritten Reaktor des Atomkraftwerks Fukushima Eins, so ein Energie-Experte bei Greenpeace. Der Reaktor werde mit Mischoxid-Brennelementen betrieben, die neben Uran auch Plutonium enthalten.

+++ 16:09 +++

SPD-Chef Sigmar Gabriel fordert angesichts der Atomkatastrophe in Japan die sofortige Abschaltung älterer deutscher Atomkraftwerke. Ein Super-GAU sei auch in Deutschland „keine rein theoretische Rechengröße“, sagte Gabriel

+++ 16:06 +++

Der Betreiber des Atomkraftwerks Onagawa schätzt die Situation als niedrigste Stufe des nuklearen Notfalls ein. Die drei Reaktoren seien aber unter Kontrolle. Die Ausrufung sei eine Konsequenz daraus gewesen, dass in der Gegend um das Atomkraftwerk Radioaktivitätswerte über dem Grenzwert gemessen wurden, teilten die japanischen Behörden der IAEA mit. Man untersuche momentan die Ursache.

+++ 16:03 +++

Außenminister Westerwelle beurteilt die Situation der beschädigten Atomkraftwerke in Japan als kritisch. Zwar spreche die japanische Regierung davon, dass sich die Lage im Atomkraftwerk Fukushima I entspannt habe, das könne aber von Deutschland nur schwer beurteilt werden. Es sei ferner davon auszugehen, dass die Lage im AKW Fukushima II „Anlass zur Beunruhigung“ gebe.

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