Erdgas
Russland droht Ukraine erneut mit Lieferkürzung

Offenbar gibt es im Streit um die Erdgaslieferungen von Russland an die Ukraine erneut Konfliktpotenzial. Wegen anhaltender Zahlungsschwierigkeiten werden nun Drohungen aus Moskau laut. Auch die EU ist indirekt involviert.

HB MOSKAU/BRÜSSEL. Zwischen Russland und der Ukraine ist nur zwei Wochen nach der Beilegung eines Streits um Gaslieferungen der Konflikt erneut ausgebrochen. Der russische Monopolist Gazprom drohte am Dienstag, die Lieferungen in die Ukraine von der kommenden Wochen an um 25 Prozent zu kürzen. Das Problem der Zahlungen sei immer noch nicht gelöst und die Schuld dafür trage die Ukraine. Russlands Staatschef Wladimir Putin habe seinem Kiewer Kollegen Viktor Juschtschenko gewarnt, mit der Kürzung könne bereits ab Mittwoch begonnen werden, erklärte das ukrainische Präsidialamt.

Gazprom informierte die Europäische Union über den erneuten Gas-Streit mit der Ukraine und versicherte der Gemeinschaft, dass der Konflikt nicht die Lieferungen nach Zentral- und Westeuropa gefährden würde. Dies teilte ein Sprecher der EU-Kommission am Dienstagabend in Brüssel mit. Anfang Februar hatte Russland der Ukraine wegen ausstehender Zahlungen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar damit gedroht, die Lieferungen um 25 Prozent zu kürzen.

Vor zwei Wochen hatte es geheißen, der Disput sei beigelegt und die Ukraine werde mit der Rückzahlung von Schulden für Gaslieferungen beginnen. Vor zwei Jahren hatte Gazprom der Ukraine zeitweise den Gashahn zugedreht, wovon auch Lieferungen nach Westeuropa beeinträchtigt worden waren: 80 Prozent des für Europa bestimmten russischen Erdgases fließt durch die Ukraine. Der jüngste Streit hatte in europäischen Ländern Sorgen vor erneuten Lieferengpässen genährt.

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