Erdogan und der IS: Der Mann mit den zwei Gesichtern

Erdogan und der IS
Der Mann mit den zwei Gesichtern

Kobane steht kurz davor, an den IS zu fallen – und der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan lässt die Terrormiliz gewähren. Das schürt die Wut im eigenen Land. Der Türkei droht ein neuer Kurdenkrieg.
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Während syrische Kurden in der seit drei Wochen belagerten Stadt Kobane ihren verzweifelten Verteidigungskampf gegen die Terrormiliz des Islamischen Staats (IS) fortsetzen, greift der Konflikt immer weiter auf die Türkei über. Seit dem vergangenen Dienstag sind bei Auseinandersetzungen rechtsextremistischer und kurdischer Gruppen sowie bei Straßenschlachten mit der türkischen Polizei bereits mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sieht, wie schon bei den regierungsfeindlichen Massenprotesten vom Sommer 2013, wieder einmal „dunkle Kreise“ am Werk, die seine Friedensbemühungen im Kurdenkonflikt durchkreuzen wollen. Tatsächlich ist es aber Erdogans doppelzüngige Politik, die den Kurdenkonflikt in der Türkei wieder anzufachen droht.

Noch am vergangenen Dienstag hatte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu versichert, die Türkei werde „alles Mögliche tun, um den Menschen von Kobane zu helfen“. Eine Eroberung der Stadt durch den IS werde man „mit allen Mitteln verhindern“. Kobane dürfe nicht an die Dschihadisten fallen, versprach Davutoglu dem türkischen Kurden-Politiker Selahattin Demirtas.

Die türkische Armee ließ tatsächlich Panzer und Haubitzen an der Grenze auffahren und mobilisierte 10.000 Soldaten. Doch es blieb bei der Machtdemonstration. Kobane sei „dabei zu fallen“, stellte Präsident Erdogan Mitte dieser Woche fest. Das klang nicht triumphierend, aber ein Unterton der Genugtuung war schon aus Erdogans Worten herauszuhören. Denn mit jedem Häuserblock, jedem Meter, den der IS bei der Eroberung Kobanes vorstößt, kommt auch Erdogan seinem Ziel näher: der Vertreibung der Kurden aus der Grenzregion.

Die Türkei rührt zum einen nicht nur keinen Finger, um den Menschen in der von drei Seiten vom IS eingekesselten Stadt zu helfen – obwohl der einzige verbliebene Verbindungskorridor zur nahen türkischen Grenze führt. Mit Tränengas und gepanzerten Fahrzeugen ließ Erdogan türkische Kurden zurücktreiben, die nach Kobane wollten, um dort bei der Verteidigung der Stadt zu helfen. Die EU warnt vor einem Massaker, sollte der IS die Stadt einnehmen.

Der türkische Präsident verweigert zum anderen auch weiterhin den USA die Nutzung ihres Luftwaffenstützpunktes Incirlik, von wo die US Air Force mit Kampfhubschraubern wesentlich effizienter gegen die IS-Kämpfer in der Umgebung von Kobane vorgehen könnte. So besiegelt der türkische Präsident den Untergang der Kurdenstadt.

Kommentare zu " Erdogan und der IS: Der Mann mit den zwei Gesichtern"

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  • Die Türkei ist ein NATO-MITGLIEDSPARTNER.

    Und es ist eine richtige Einstellung des türkischen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wenn er nicht über seine Grenzen sich bewegt...

    OHNE DEN GLEICHEN EINSATZ DER NATO.

    Als Staatschef hat man die Verantwortung nicht nur für seinen eigenen Land und Bevölkerung zu tragen...

    sondern man muss auch die Folgen für die mit angeheftete Partner mittragen.

    Die Türkei würde sich selbst schaden bei einem Alleingang gegen den Terrorismus in Syrien...

    eben die gleiche Terroristen dass nicht alleine die Türkei gefährden sondern die ganze Welt.

    Man muss an dem türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Recht geben dass er keine Alleingänge macht...

    den danach würde man ewig an die Türkei einen eventuelle Schuld zuschreiben...

    und die Türkei mit den kosten alleine stehen lassen.

    MAN BEACHTE DIE KOSTEN DASS DIE TÜRKEI FÜR FLÜCHTLINGSAUFNAHMEN BISHER HATTE...

    WIEVIELE FLÜCHTLINGE DIE TÜRKEI BEISPIELHAFT AUFGENOMMEN HAT...

    während sich etwa die EU sich versteckt und die gesamte Welt sich nicht einmal bereit erklärt gegenüber der Türkei einen teil der Kosten zu erstatten wenn sich die Türkei schon aufgeopfert hat sich an einem Humanitäre Aufgabe zu kümmern dass eigentlich Angelegenheit des gesamten Globus betrifft...

    DA DIE FLÜCHTLINGSZAHLEN AUS SYRIEN BIS HEUTE ALLE BISHERIGEN GRÖSSTE IN DER WELT VORGEKOMMENE ÜBERTROFFEN HAT !

    Dass man nur die Bequemlichkeiten der Politik für Europa haben will...und für die Türkei nicht einmal sich an den Kosten der Flüchtlinge Freiwillig und absolut ( Human ) spendabel sich zeigt...

    ist ein beweis des Heuchelismus und stellt jeglichen Christlichen Glauben in Zweifel.

    DAS TEILEN...MIT ANDERE MENSCHEN...DIE VERFOLGT SIND...IST EINE ANGELEGENHEIT FÜR UNS ALLE CHRISTEN...

    und dieses nicht immer aus der Tasche der Bevölkerungen...

    SONDERN AUS DEN TÖPFEN...ETWA AUCH VON DER EU !!!


  • Richtig! Das hab ich mich auch schon gefragt...
    Langsam krieg ich Angst... Vielleicht sind Roth und Özdemir ja schon gemeinsam mit Conchita Wurst u.a. im Nordirak in einem Trainingscamp um sich auf die Verteidigung "unserer Europäischen Werte" gegen die IS vorzubereiten Immerhin fordern ja inzwischen sogar Abgeordnete der Linken militärische Unterstützung für die Kurden...

  • Hab ich die Lichterketten übersehen? Irgend was läuft anders. Die Gutmenschen sind abgetaucht. Wo sind Roth und
    Özdemir?

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