Erdogan verschärft Kritik
„Deutschland begeht Selbstmord“

Unmittelbar vor dem G20-Gipfel verschärft der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan den Ton gegenüber der Bundesregierung. Insbesondere kritisiert er, nicht vor Landsleuten in Deutschland sprechen zu können.
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HamburgIn einem Gespräch mit der „Zeit“ erklärt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, dass Deutschland seinen Fehler korrigieren müsse. Damit spielt er auf das von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) ausgesprochene Redeverbot für einen Auftritt Erdogans in Hamburg an. „Deutschland begeht Selbstmord“, sagt er dazu.

Vor dem Verfassungsreferendum in der Türkei im April hatte es heftigen Streit über einzelne untersagte Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in Deutschland gegeben. Erdogan hatte der Bundesregierung daraufhin Nazi-Methoden vorgeworfen. Gabriel betonte, dass Erdogan beim G20-Gipfel „mit Ehren empfangen“ werde. „Aber alles, was darüber hinaus geht, halten wir jetzt zum aktuellen Zeitpunkt nicht für angemessen“, sagte Gabriel. Es gebe rund um den G20-Gipfel auch nicht die Polizeikräfte, um die Sicherheit herzustellen. Außerdem passe ein solcher Auftritt „nicht in die politische Landschaft“, betonte der Minister.

Nicht nur die Auftritte türkischer Politiker, auch die Inhaftierung eines Korrespondenten der Zeitung „Die Welt“, belasten das deutsch-türkische Verhältnis bereits seit mehreren Monaten. Auch zum Fall des Journalisten Denis Yücel gab Erdogan seine Meinung kund. Er könne nicht verstehen, dass man sich so sehr für eine Person einsetze: „Dass Frau Merkel überhaupt die Rettung eines Terrorverdächtigen auf die Tagesordnung bringt, war für mich auch sehr, sehr sonderbar.“

Auf die Frage, ob ein Journalist, der Terroristen oder auch nur einen vermeintlichen Terroristen interviewe, dadurch in seinen Augen zum Unterstützer werde, sagt der türkische Präsident, das sei ein Verbrechen: „Sie leisten damit Beihilfe zur Propaganda der Terroristen. Das wird auch von den Anklageorganen überall auf der Welt so bewertet“.

Erdogan äußert zudem sein Unverständnis darüber, dass die Bundesregierung zurückhaltend auf sein Gesuch reagierte, Gülen-Anhänger in die Türkei auszuliefern: „Ich habe sie von Frau Merkel gefordert, warum werden sie uns nicht zurückgegeben?“ Solange die deutsche Regierung dies nicht tue, werde die Türkei Deutschland als ein Land ansehen, dass Terroristen schütze, sagte Erdogan.

Gleichzeitig betont der türkische Präsident die Bedeutung der türkisch-deutschen Beziehungen angesichts der gemeinsamen Mitgliedschaft in der Nato, der Handelsbeziehungen und der drei Millionen Türken, die in Deutschland leben: „Wir brauchen einander“, erklärte Erdogan. „Wir müssen das bewahren.“ 

Zu seinen persönlichen Beziehungen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit der ebenfalls ein Interview in derselben Ausgabe der Zeit erscheint, sagte Erdogan, er habe sich mit ihr nicht überworfen: „Ich habe kein Problem mit der Kanzlerin.“ Gleichwohl merkt er an, dass die Beziehungen in der Regierungszeit von Gerhard Schröder „wirklich sehr anders“ gewesen seien. Er vermisse diese Zeit und betont: „Ich hoffe, dass wir wieder dahin kommen.“ Erdogan wird an diesem Freitag als Teilnehmer des G-20-Gipfels in Hamburg erwartet.

Der türkische Abgeordnete Mustafa Yeneroglu bestärkte die Kritik seines Parteichefs an Deutschland. Er war der Bundesregierung eine „skandalöse Doppelmoral“ im Umgang mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vor. „Der aktuelle Verfassungsschutzbericht des Bundes bestätigt in aller Ausführlichkeit die ungestörten Propaganda-, Finanzierungs-, und Rekrutierungsaktivitäten der PKK in Deutschland“, kritisierte Yeneroglu am Mittwoch. Darin werde beschrieben, wie die PKK trotz ihres Verbots über „Ersatzorganisationen“ wie den Dachverband kurdischer Vereine NAV-DEM in Deutschland „bestens organisiert ist“.

Yeneroglu bemängelte zudem, dass die PKK und ihre Aktivitäten in dem Bericht verharmlosend beschrieben würden. Der Bericht zeige erneut, „dass der vorgebliche Kampf der Bundesregierung gegen die PKK reine Symbolpolitik ist und das PKK-Verbot nur auf dem Papier existiert. Mit dieser Einstellung ist Deutschland kein verlässlicher Partner im Kampf gegen den Terror. Im Gegenteil, die PKK genießt weitreichende Freiheiten in Deutschland und kann ihren Terror gegen den Nato-Partner Türkei vom deutschen Boden aus bestens organisieren.“

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  • Da hat wohl jemand was verwechselt.

    Fakt ist: Erdoganistan ist auf dem besten Weg, Suizid zu begehen.
    Betrachten wir das mal in 10 Jahren ganz entspannt.

  • Wenn man die Dritte Welt ins Land einlädt, ganz bestimmt.

  • Herr Josef Steiner - 05.07.2017, 16:59 Uhr

    Ja, die hier lebenden Türken (wahscheinlich der Großteil) oder deren Kinder sollen sich jetzt endlich mal entscheiden, ob sie weiter die arabische Opferrolle spielen wollen oder sich endlich zu Deutschland bekennen und Deutsche werden.
    Das Problem ist, dass sie gar nicht hier ankommen wollen. Das beginnt schon damit, dass die Imame nicht in deutsch, sondern auf türkisch predigen, natürlich das, was von der Türkei vorgegeben ist. Das ist schon mal die erste Hürde für die Integration.
    Die zweite ist, dass man halt auch in der Schule ordentlich was bringen muss, um einen entsprechenden Schulabschluß zu schaffen, hier gibt es kaum INteresse seitens muslimischer Eltern. Sie nehmen nicht an den Aktionen der Schule teil, kommen kaum zu Elterninfoabenden, ein ehrenamtliches Engagement bei Schulaktionen ist in 99% der Fälle Fehlanzeige.
    Die wollen sich nicht integrieren, sie wollen, dass ihnen alles in den Schoß fällt. Mit dieser Basar-Mentalität kommt man hier halt nicht weiter.

    Wenn sie das Leben in der Türkei und Erdogan so toll finden, was machen sie dann noch hier?

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