Erfolg beim Klimaschutz
G-8-Staaten nach Schock kompromissbereit

Die im schottischen Gleneagles versammelten Staats- und Regierungschefs reagierten mit demonstrativer Einigkeit auf die Terrorangriffe in London und legten beim G-8-Gipfel nahezu allen Streit bei.

HB GLENEAGLES. Die Anschlagsserie in London hat die Teilnehmer des Gipfels schockiert. Dennoch beschlossen die Staats- und Regierungschefs der acht führenden Länder (G8) trotz der kurzfristigen Rückkehr des gastgebenden britischen Premiers Tony Blair nach London am Donnerstag die Fortsetzung des Gipfels und sie erreichten beim lange strittigen Klimaschutz einen auch von den USA mitgetragenen Kompromiss.

„Es ist insbesondere barbarisch, dass so etwas an einem Tag passiert, an dem Menschen sich treffen, um zu versuchen, die Probleme von Armut in Afrika, die Langzeit-Probleme des Klimawandels und der Umwelt zu lösen“, sagte Blair. Bundeskanzler Gerhard Schröder rief dazu auf, den Terrorismus international gemeinsam zu bekämpfen. „Das ist ein anderer Gipfel geworden“, sagte er. Ungeachtet des Schocks wollten die Gipfelteilnehmer ihr ursprüngliches Programm in vollem Umfang abarbeiten. Dabei gelang ihnen, wie Schröders G8-Beauftragter Bernd Pfaffenbach sagte, eine prinzipielle Einigung beim Klimaschutz. Der vorgelegte Entwurf sei akzeptiert. Die Erklärung enthalte keine Zielwerte für die Rückführung von Schadstoffemissionen, stelle aber den Bezug zum Kyoto-Protokoll mit solchen Werten her und enthalte konkrete Maßnahmen im Kampf gegen die Erderwärmung.

Der Gipfel soll am Freitag zu Ende gehen. Dann sollen auch die offiziellen Schlussdokumenten zu mehr als zehn Komplexen darunter den Schwerpunktthemen Armutsbekämpfung und Klimaschutz veröffentlicht werden. Darüber hinaus wird es als Reaktion auf die Anschläge noch eine gemeinsame Erklärung der G-8 zum Terrorismus geben, der ohnehin in den Aspekten Finanzierung und Sicherheit vor Terroranschläge Gipfelthema ist.

Zur Lage der Weltwirtschaft wird der Gipfel Pfaffenbach zufolge deren insgesamt robuste Verfassung feststellen, aber auch auf Risiken wie durch die großen Ungleichgewichte und den hohen Ölpreis verweisen. Mit seinem Vorschlag, die Spekulation an den Ölmärkten durch eine Fortschreibung seiner Transparenzinitiative vom Vorjahr zu bekämpfen, sei der Kanzler auf eine positive Resonanz gestoßen. Auch warb er, wie angekündigt, für mehr Transparenz bei hochspekulativen Hedge-Fonds, ohne allerdings dafür viel Applaus zu erhalten, wie in Delegationskreisen eingestanden wurde.

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