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Erfolgsprämien: EU schlägt großzügige Regelung für Banker-Boni vor

exklusivBanker in der EU können weiter gut verdienen: Banken in der EU sollen ihren Manager und Händlern Boni zahlen dürfen, die bis zu fünf Mal so hoch sind wie das Fixgehalt. Das Europaparlament will dagegen strengere Regeln.

Banker in der EU können sich zum Fixgehalt weiter große Bonuszahlungen dazu verdienen. Quelle: dpa
Banker in der EU können sich zum Fixgehalt weiter große Bonuszahlungen dazu verdienen. Quelle: dpa

BrüsselBanken dürfen ihre Manager und Wertpapierhändler mit Erfolgsprämien belohnen, die bis zu fünf Mal so hoch sind wie das Fixgehalt. Voraussetzung dafür ist allerdings eine Genehmigung der Hauptversammlung. Diesen Vorschlag habe die zypriotische EU-Ratspräsidentschaft in die Verhandlungen über die neuen EU-Eigenkapitalvorschriften (CRD IV) für Banken eingebracht, wie das Handelsblatt erfuhr.

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Ohne Zustimmung der Aktionäre darf der gesamte Bonus demnach maximal dreimal so hoch sein wie das Festgehalt, wobei der Gesamtbonus neben Sofortzahlungen auch Zahlungsversprechen für spätere Jahre enthält. Die sofortige Bonus-Zahlung - sowohl in Cash als auch in Wertpapieren - wolle Zypern noch strikter begrenzen. Sie solle das Fixgehalt nicht überschreiten.

Regulierung der Banken

Zypern wählt mit dieser Lösung einen Mittelweg zwischen den Positionen des Europaparlaments und des EU-Finanzministerrates. Letzterer wollte die Boni eigentlich überhaupt nicht deckeln. Dagegen verlangt das Europaparlament, dass der gesamte Bonus künftig nicht mehr höher sein dürfe als das Festgehalt. Hohe Boni würden die Banker zu übertriebenen Risiken verleiten und damit die Stabilität des Finanzmarktes insgesamt gefährden, meint das Parlament.

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Der Streit um die Boni war ein Grund dafür, dass sich die Verabschiedung der neuen EU-Eigenkapitalregeln für Banken immer wieder verzögerte. Die EU will nun aber auf der Grundlage des neuen zypriotischen Kompromissvorschlages noch im November zum Abschluss kommen.

Wo Banker in Europa am meisten verdienen

  • Gehalt und Leistung

    Ein erstes Urteil fällt eine Studie des unabhängigen Equity-Research-Unternehmens Alpha Value schnell: Banker verdienen zu viel. Im Schnitt sind es rund 40 Prozent mehr als andere Industrien. Dies steht im krassen Gegensatz zu der Performance der Geldhäuser – Aktionäre haben seit 2007 mit Bankentitel rund 86 Prozent an Vermögen verloren. Ein kurze Übersicht, wo in Europa wie viel verdient wird.

  • Platz 13

    In Belgien haben Banker 2010 laut einer Studie von AlphaVille 250.700 Euro verdient. Im Vorjahr war es mehr als doppelt so viel. Die Summen beziehen sich auf Durchschnittgehälter von leitenden Managern.

  • Platz 12

    Die Banker in Norwegen haben dagegen 2010 mehr verdient als im Jahr davor, nämlich im Schnitt 538.000 Euro.

  • Platz 11

    Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden verdient man als Banker durchschnittlich "nur" 623.000 Euro, ein wenig mehr als 2009.

  • Platz 10

    Die Banker in Dänemark haben es noch so gerade in die Top Ten geschafft: Sie verdienten 2010 im Schnitt 797.000 Euro.

  • Platz 9

    Vielleicht eine kleine Überraschung, die Portugiesen in diesem Ranking so weit oben zu sehen. Aber nur weil das Land kein richtig großes Institut hat, können die Banker ja dennoch ordentlich verdienen: 846.000 Euro waren es durchschnittlich - übrigens deutlich mehr als 2009.

  • Platz 8

    Einen kräftigen Schluck aus der Pulle haben sich die französischen Banker gegönnt: Ihr Durchschnittgehalt stieg auf 865.000 Euro. Im Vorjahr waren es "nur" knapp 600.000 Euro.

  • Platz 7

    Auf Rang sieben überspringt Österreich die "magishe" Millionengrenze: In der Alpenrepublik verdienen Top-Banker im Schnitt 1,25 Millionen Euro.

  • Platz 6

    Auch in Schweden kann man in Geldhäusern gutes Geld verdienen: 1,36 Millionen Euro waren es 2010.

  • Platz 5

    Die Italiener schaffen es in die Top Five. Die leitenden Angestellten von Unicredit, Intesa und Co. verdienen durchschnittlich 1,9 Millionen Euro.

  • Platz 4

    Bis zu unseren deutschen Bankern auf Rang vier ist es ein gewaltiger Sprung: Hierzulande verdienen leitende Manager 3,3 Millionen Euro. 2009 war es mit 3,5 Millionen Euro übrigens ein wenig mehr.

  • Platz 3

    Sozusagen aufs Treppchen haben es die Funktioniere in Spanien geschafft: Hier lag das Gehalt bei 3,7 Millionen Euro.

  • Platz 2

    Noch ein wenig mehr gibt es in der Schweiz, nämlich 4,4 Millionen Euro. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten in Zürich oder Genf auch ein gutes Stück höher als in Deutschland.

  • Platz 1

    Mit weitem Abstand gibt es in Großbritannien am meisten zu verdienen: 5,8 Millionen Euro verdienen die Banker in London. Kein Wunder, tun hier doch sehr viele Investmentbanker ihr Werk, die gewohnheitsmäßig auf überdurchschnittliche Vergütungen kommen.

 

  • 12.11.2012, 17:25 UhrKaraja

    Was heißt hier eigentlich Erfolg? Je unverschämt und größer der Raubzug beim Steuerzahler, desto größer darf der Boni sein? Eine perverse Welt bedarf perverser Revolutionen!

  • 12.11.2012, 16:46 UhrGandhi

    Dier Zockerbande nicht einen Cent Boni !
    Arbeiten mit fremden Geld! Wer haftet ggf.?: wir !!

  • 11.11.2012, 19:30 UhrGast44

    Wann soll dieser Eigenhandel stattfinden?
    Während der Arbeitszeit? Dann sollte der Mitarbeiter abgemahnt werden wie in jeder anderen Firma auch!
    Und wenn der Händler meint er könne als privater Daytrader mehr verdienen dann soll er's halt tun.
    Kein Grund diesen Zockern noch mehr Boni zu geben und verherende Auswirkung gibt es keine erkennen.

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