Ergebnis der Regierungswechsels:
Spanien verlässt "Koalition der Willigen"

Der designierte spanische Ministerpräsident José Luiz Rodriguez Zapatero hat nach dem Sieg bei der Parlamentswahl sein Versprechen bekräftigt, die spanischen Truppen aus Irak abzuziehen. Die 1 300 Soldaten sollten bis zum 30. Juni nach Hause kommen, erklärte Zapatero am Montag im Radiosender Cadena Ser. Zuvor werde er seine Regierungskoalition bilden und sich mit den anderen politischen Parteien beraten. Zapatero hatte bereits im Wahlkampf die spanische Unterstützung für den US-geführten Krieg gegen Irak heftig kritisiert.

HB MADRID. Eine endgültige Entscheidung werde zwar erst nach seinem Amtsantritt und nicht ohne breite politische Konsultationen gefällt, sagte Zapatero am Montag in einem ersten Radiointerview nach dem überraschenden Wahlsieg seiner Partei. „Aber die spanischen Truppen im Irak werden heimkehren.“ Wenige Tage nach den verheerenden Anschlägen in Madrid hatten die Wähler die scheidende Regierung von Ministerpräsident Jose Maria Aznar offenbar für den Schulterschluss mit den USA im Irak-Krieg abgestraft. Der Krieg war von etwa 90 Prozent der Spanier abgelehnt worden. Auch die Informationspolitik der Regierung nach den Anschlägen war kritisiert worden.

Zapatero hatte bereits im Wahlkampf wiederholt den Abzug der spanischen Soldaten im Irak nach der für den 30. Juni geplanten Machtübergabe an eine Übergangsregierung in Aussicht gestellt, sollte es bis dahin kein UNO-Mandat geben. Ein mutmaßlich von der moslemischen Extremisten-Organisation El Kaida stammendes Videoband, auf dem sich die Gruppe zu den Anschlägen von Madrid bekannte, hatte kurz vor der Wahl die Angst verstärkt, die pro-amerikanische Außenpolitik könne zu weiteren schweren Attentaten in Spanien führen.

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