Ergebnis der Untersuchung
„Bombardierung von Kana war Versehen“

Die israelischen Streitkräfte haben einen Fehler bei der Bombardierung des Dorfes Kana eingeräumt. Gleichzeitig nutzte Generalstabschef Dan Haluz die Vorstellung des Untersuchungsergebnisses, den Unterschied zwischen der libanesischen Hisbollah-Milliz und dem israelischen Militär zu erläutern.

HB JERUSALEM. Die Armee hätte das Gebäude nicht angegriffen, wenn sie von den Zivilisten darin gewusst hätte, hieß es in der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung. Zugleich wurde die libanesische Hisbollah-Miliz von Generalstabschef Dan Haluz beschuldigt, Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. „Die Hisbollah platziert libanesische Zivilisten als Schutzschild zwischen sich selbst und uns, während die Armee sich selbst als Schutzschild zwischen die Bürger Israels und den Terror der Hisbollah stellt. Das ist der größte Unterschied zwischen Ihnen und uns.“

Haluz hatte schon zuvor erklärt, das Militär habe nichts von den Zivilisten gewusst. Auf die Frage, warum Israels Geheimdienste Raketenabschüsse in Kana und nicht dutzende Zivilisten orten könnten, hatte der Kommandeur geantwortet: „Wir können Raketenstarts entdecken, weil sie sehr beweglich sind.“ In der Untersuchung hieß es, es seien zwei Raketen auf das Gebäude gefeuert worden, weil darin Hisbollah-Extremisten vermutet worden seien. Eine der Raketen sei nicht explodiert.

Bei dem Angriff waren libanesischen Angaben zufolge 54 Menschen ums Leben gekommen, viele davon Kinder. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtete von 28 geborgenen Leichen und 13 noch vermissten Menschen. Israel wies darauf hin, die Bewohner des Dorfes und der umliegenden Gegend seien mehrfach zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert worden.

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