Erklärung von Iraks Al-Kaida-Chef al-Masri
Stimme des "Toten" im Internet

Eigentlich heißt es, er sei tot. Nun ist im Internet eine Tonaufnahme aufgetaucht, auf der Iraks Al-Kaida-Chef Abu Ajjub al-Masris zu hören sein soll.

HB DUBAI/BAGDAD/FALLUDSCHA. Auf der 21 Minuten langen Aufzeichnung bezeichnet die mutmaßliche Stimme des Extremistenführers jüngste Nachrichten über interne Gefechte zwischen Aufständischen als Lüge. Das Band wurde offenbar bereits am Freitag auf einer von Islamisten besuchten Internetseite veröffentlicht. Masri übt darin scharfe Kritik an dem sunnitischen Vizepräsidenten Tarik al Haschemi, den er wegen dessen Regierungsbeteiligung als Verbrecher bezeichnet.

Zu den bislang nicht bestätigten Berichten, Masri sei am Dienstag bei Kämpfen nördlich von Bagdad getötet worden, wurde in der Aufnahme nicht direkt Stellung genommen. Es gab auch keine Hinweise darauf, wann die Erklärung aufgezeichnet wurde.

Das irakische Innenministerium hatte vergangene Woche erklärt, dass Masri bei Gefechten mit anderen Aufständischen nördlich von Bagdad getötet worden sei. Die Al-Kaida-Gruppe „Islamischer Staat im Irak“ dementierte die Berichte jedoch. Auch die US-Regierung bestätigte den Tod Masris bislang nicht.

Masri hatte die Leitung der Al-Kaida im Irak übernommen, nachdem sein Vorgänger Abu Mussab al-Sarkawi im Juni 2006 bei einem US-Luftangriff getötet worden war. Er soll in Afghanistan ausgebildet worden sein und die erste Zelle der Extremistengruppe in Bagdad gegründet haben. Auf Fotos ist er als dünner Mann mit Spitzbart zu sehen. Die USA haben ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt.

Bei neuen Anschlägen und Kämpfen im Irak wurden unterdessen erneut mindestens 25 Menschen getötet. Nach Angaben von Bewohnern und Polizei feuerten US-Soldaten aus Kampfhubschraubern heraus auf drei Wohnhäuser im Osten von Bagdad. Dabei seien sechs Männer getötet und eine Frau sowie fünf Kinder verletzt worden. Die US-Streitkräfte erklärten hingegen, in dem Gebiet sei ein Hubschrauber angegriffen worden, die Soldaten hätten jedoch nicht zurückgeschossen.

Nahe Falludscha schlugen US-Soldaten und irakische Truppen in einem dreistündigen Gefecht einen koordinierten Angriff Aufständischer zurück, wie die US-Marineinfanterie am Freitag mitteilte. Dabei seien am Vortag elf Menschen getötet worden – sechs Aufständische und fünf Zivilpersonen. Al-Kaida-Kämpfer griffen den Angaben zufolge am Donnerstagmittag fast zeitgleich Posten der US-Truppen und der irakischen Polizei in dem etwa zehn Kilometer nördlich von Falludscha gelegenen Ort Karma an. Außerdem wurden südöstlich von Karma amerikanische und irakische Truppen angegriffen.

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