Der spanische Bankensektor benötigt nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) einen akuten Krisenpuffer von mindestens 40 Milliarden Euro. Das frische Kapital würde gebraucht, wenn die düstersten Konjunkturvorhersagen für das Euroland eintreten würden. Dieses Ergebnis eines Stresstests geht aus einem IWF-Bericht über die Stabilität des spanischen Finanzsystems hervor, der in Teilen am Freitagabend (Ortszeit) in Washington veröffentlicht wurde. Der tatsächliche Kapitalbedarf sei wegen möglicher Kosten für Restrukturierungen und Kreditausfälle sogar bis zu doppelt so hoch, sagte eine IWF-Mitarbeiterin in einer Telefonkonferenz.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble betonte, dank der bisherigen Reformen seien die größten spanischen Banken gut durch die Krise gekommen und stünden stabil da. „Ein Teil des Finanzsektors muss jedoch noch die Nachwirkungen des Platzens der spanischen Immobilienblase verarbeiten, was aufgrund der damit erforderlichen Abschreibungen zu einem nicht unerheblichen Kapitalbedarf führt“, ließ Schäuble mitteilen.
Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy bezeichnete die Hilfen als einen Erfolg für Europa. „Gewonnen haben die Glaubwürdigkeit Europas und die Zukunft des Euro“, sagte der konservative Regierungschef am Sonntag. Die EU-Hilfen versetzten den spanischen Bankensektor wieder in die Lage, Kredite zu vergeben. „Ohne Kredite gibt es keine Investitionen, und ohne Investitionen keine Schaffung von Arbeitsplätzen.“
Rajoy betonte, die EU-Hilfen seien Teil eines umfassenden Plans zur Sanierung der spanischen Wirtschaft. Sie bestünden in Krediten für spanische Banken, die die Geldhäuser zurückzahlen müssten. „Sie werden keine Auswirkungen für das Defizit des Staates haben.“ Die Hilfen seien ein Schritt in die richtige Richtung, aber bedeuteten noch nicht die Lösung der Probleme der spanischen Wirtschaft.
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Währungskommissar Olli Rehn begrüßten in einer gemeinsamen Erklärung, dass Spanien um Hilfe für seinen Finanzsektor gebeten habe und sicherten die Unterstützung der EU-Kommission zu. „Wir sind sicher, dass Spanien schrittweise das Vertrauen der Investoren und Martkteilnehmer zurückgewinnen kann.“
Der Rettungsfonds EFSF kann Staaten auch Notkredite gewähren, um taumelnden großen Banken zu helfen. Bei solch einer „weichen Rettung“ würde das Geld ausschließlich für den Finanzsektor eingesetzt. Entsprechend sind die Auflagen niedriger als bei Hilfsgeldern für den Staatshaushalt als Ganzes. So müsste Spanien den Bankensektor reformieren und für die betroffenen Banken Sanierungspläne erstellen.
Nach Vorlage eines Antrags muss zunächst die EU-Kommission mit der Europäischen Zentralbank und der EU-Finanzaufsicht prüfen, ob die Voraussetzungen für EFSF-Kredite an Spanien zur Bankenrekapitalisierung vorliegen. Erst danach kann die Eurogruppe die Hilfe billigen.
Die viertgrößte Euro-Volkswirtschaft steckt tief in einer Bankenkrise, hervorgerufen durch eine Immobilienblase der vergangenen Jahre. Die Bilanzen werden durch Milliardensummen „fauler“ Immobilienkredite belastet, denn viele Kunden können das geliehene Geld nicht mehr zurückzahlen. Zudem ist das Land hoch verschuldet und steckt in einer Rezession. Die Banken verlangen vom Staat Hilfen, Experten zufolge ist das Geld dafür aber nicht da. Die Schätzungen reichen von weniger als 50 Milliarden Euro bis zu 100 Milliarden, die der Bankensektor benötigt. Allein die Krisenbank Bankia will vom Staat für ihre Sanierung allerdings mehr als 23 Milliarden Euro.
Das Land kann sich wegen des Misstrauens der Finanzmärkte nur noch zu steigenden Zinsen Geld leihen. Bei einer Anleiheauktion in dieser Woche musste Spanien Zinsen von 6,044 Prozent bieten. Ein Niveau von über 7,0 Prozent gilt nach Ansicht von Experten als auf Dauer nicht tragbar. Portugal und Irland waren bei ähnlichen Größenordnungen unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft. Künftig könnte es für Madrid sogar noch schwieriger werden, sich frisches Geld zu besorgen. Die Ratingagentur Fitch stufte die Kreditwürdigkeit Spaniens am Donnerstag deutlich herab. Die Bonität des Landes wird nur noch zwei Stufen über Ramsch-Niveau bewertet.
Wie Portugal oder Irland könnte das Land mit voller Konsequenz unter den europäischen Rettungsschirm EFSF schlüpfen. Eine andere und derzeit wahrscheinlichere Option: Spanien bittet beim EFSF nur um Hilfen für seine maroden Banken. Dies ist seit dem vergangenen Jahr möglich.
Beantragt Spanien nur Gelder für seine Finanzinstitute, muss das Land Experten zufolge in erster Linie nur Auflagen für sein Bankensystem akzeptieren. Anders als in Griechenland, Irland und Portugal stünde nicht notwendigerweise die gesamte Wirtschaftspolitik unter der Kontrolle der Sparkommissare von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, der sogenannten „Troika“. „Die Aufsicht über seinen Bankensektor wird Spanien aber de facto verlieren“, meint Ökonom Jens Boysen-Hogrefe vom Institut für Weltwirtschaft.
„Das Hilfegesuch könnte als Eingeständnis gewertet werden, dass man tatsächlich unüberwindliche Probleme hat und das Vertrauen in die spanischen Staatsfinanzen könnte gänzlich schwinden“, sagt Boysen-Hogrefe. Ökonomen der Commerzbank schließen genau aus diesem Grund nicht aus, dass Spanien gezwungen sein könnte, nach der Bankenhilfe doch noch mit voller Konsequenz unter den Rettungsschirm zu schlüpfen. Die Frage in den kommenden Wochen werde daher sein, „ob Spanien auch einen allgemeinen Hilfsantrag stellen muss“.
Zunächst einmal gar nichts. Erst wenn ein gestütztes Land zahlungsunfähig wird und seine Kredite nicht mehr bedienen kann, würden die Steuerzahler hierzulande zur Kassen gebeten. Die Summen, um die es gehen könnte, wirken auf den ersten Blick gigantisch. Die Euro-Länder garantieren für insgesamt 780 Milliarden Euro des EFSF. Der deutsche Anteil beträgt bis zu 253 Milliarden Euro. Von den maximal möglichen 440 Milliarden Euro an Notkrediten des EFSF stehen noch rund 250 Milliarden Euro zur Verfügung, der Rest ist für Hilfen an Irland und Portugal sowie für das zweite Griechenland-Rettungspaket verplant.
Aus dem EFSF erhalten bereits die drei Länder Portugal, Irland und Griechenland Nothilfen für den Haushalt als Ganzes. Sie müssen dafür weitreichende Reform- und Sparauflagen - nicht nur in der Bankenbranche - einhalten.
Spanien kämpft gegen eine massive Bankenkrise und steckt in der Rezession. Allein die Krisenbank Bankia will vom Staat für seine Sanierung insgesamt mehr als 23 Milliarden Euro. Vor allem eine Vielzahl „fauler“ Immobilienkredite hat die Bankenbranche in die Krise gestürzt.
Der Staat, der selbst unter einer hohen Schuldenlast ächzt, hat das Geld zur Bankenrettung nicht in der Kasse. Er kann es sich auch nicht ohne weiteres auf den Kapitalmärkten besorgen, weil Spanien - wie Finanzminister Christóbol Montoro zuletzt selbst einräumte - dort keine Kredite zu erschwinglichen Bedingungen mehr erhält.
Analysten bewerteten die Entwicklung vorsichtig positiv. Jacob Kirkegaard vom Peterson Institute for International Economics in Washington erklärte, die Märkte hätten von der spanischen Regierung vor allem gewollt, dass sie die desaströse Lage des Bankensektors eingestehe. Rafael Pampillon von der IE Business School in Madrid sagte, die „Ungewissheit und daraus resultierende Panik wird langsam aus den Märkten verschwinden“. Es war Prasad von der Brookings Institution erklärte, die Entscheidung verschaffe der Eurozone zumindest vorläufig Luft.
Die am Wochenende beschlossene Finanzhilfe für Spaniens Bankensektor stößt in der deutschen Öffentlichkeit auf wenig Gegenliebe. Einer repräsentativen Emnid-Umfrage für die Zeitung „Bild am Sonntag“ zufolge lehnen 66 Prozent 66 Prozent der Befragten finanzielle Hilfe für die spanischen Geldinstitute ab. Nur 31 Prozent sprachen sich für eine Bankenrettung mit deutscher Beteiligung aus. Für die Umfrage seien am vergangenen Mittwoch 503 Personen befragt worden.

Ich war 2007 und 2008 beruflich in Spanien und bin derzeit auch hier.
Ich hatte gehofft, dass sich nun in der Krise etwas ändern würde. Weit gefehlt. Hier sieht absolut keiner einen Grund für irgend eine Anstrengung. Egal ob im Tourismus oder wo auch immer: es wird geklagt - unter minimaler Anstrengung.
Die Spanier welche ich 2007 gewarnt habe eine völlig überteuerte Immobilie mit Null Eigenkapital zu kaufen, haben besinnungslos gakauft. Dazu ein Kredit für Auto und Fernseher. Und das oft mit einem Einkommen um die 1000 €.
Heute schimpfen sie auf die Banken und gelegentlich auf Merkel.
Ansonsten geht die Fiesta aber weiter. Hier sagt jeder offen, dass er keinen "Bock" hat, sich den Kopf wegen der Politik zu zerbrechen. Die (Politiker? Deutsche?) werden es schon irgend wie richten.
Und wenn noch etwas Zeit bleibt dann geht man zur manifestation (Demo) und kommt heim und sagt: das war echt toll - jede Menge Menschen - und danach waren wir noch einen heben - und was haben wir gelacht!
Während der Deutsche wie die Maus im Rennrad rennt und das auch noch bezahlt sitzen die das hier ganz locker aus.
Erst haben sie den Deutschen und Engländern ihre Schrottimmobilien zu Traumpreisen verkauft und jetzt dürfen die Gleichen wieder zahlen. Man kann es nicht fassen ...

Europa baut die Rettungspyramide: Die Spitze nach unten!
Bei soviel Dissonanz bis in die deutsche Regierungskoalition hinein, können die Märkte nichtmal mehr an den Turmbau zu Babel glauben

Damit ist der Brandherd auf der iberischen Halbinsel gelöscht
Gelächter .... wie kann man nur so ein dümmliches Geschwätz abgeben. Wie wir alle aus Erfahrung wissen, ist das erst ein kleiner Anfang, denn wir bewegen uns bei der Verschuldung auf den letzten Zentimetern der Exponentialkurve auf dem Weg in die Unendlichkeit.
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