Ermittlung
Angeblicher Hackerangriff auf die Nasdaq

Laut einem Medienbericht haben angeblich Hacker beim US-Börsenbetreiber Nasdaq spioniert, um an Informationen über Verwaltungsräte zu gelangen. Die FBI und der Nachrichtendienst NSA ermitteln.
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Boston Mit einem Angriff auf Computersysteme des US-Börsenbetreibers Nasdaq haben Hacker nach Angaben von Insidern etliche Verwaltungsräte von Aktiengesellschaften ausspioniert. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von zwei mit den Ermittlungen vertraute Personen.

Der transatlantische Börsenkonzern Nasdaq OMX hatte im Februar bekanntgegeben, im vergangenen Jahr Opfer einer Hackerattacke geworden zu sein. Die Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI und des Nachrichtendienstes NSA dazu sind noch immer im Gange. Ziel der Attacke war eine Plattform im Internet namens Directors Desk, über die Mitglieder von Verwaltungsgremien unter anderem Dokumente einsehen und mit Managern des Unternehmens kommunizieren können. Die Dienstleistung wird an private und börsennotierte Unternehmen verkauft.

Nach Erkenntnissen des IT-Sicherheitsexperten Tom Kellermann von der Firma AirPatrol konnten die Hacker vertrauliche Dokumente und die Kommunikation von Verwaltungsräten einsehen. Eine weitere Person, die mit den Ermittlungen vertraut ist, bestätigte Kellermanns Angaben, wollte aber anonym bleiben.

Den beiden Insidern zufolge ist unklar, wie lange die Software infiziert war, bevor die Sicherheitslücke von der Nasdaq entdeckt wurde. „Die langfristigen Auswirkungen eines solchen Angriffs sind immer noch unklar“, sagte Kellermann. Er berät die Regierung von Präsident Barack Obama bei Fragen der IT-Sicherheit.

Ein Nasdaq-Sprecher sagte, die Ermittlungen dauerten an, gab aber keine Details preis. Im Februar hatte das Unternehmen erklärt, es gebe keine Anzeichen, dass die Hacker an Kundeninformationen gekommen seien.

Die Handelsplattformen des Unternehmens waren von dem Angriff laut Nasdaq nicht betroffen. Immer öfter werden Großkonzerne Opfer von Hackerangriffen aus dem Internet. So waren schon der Internetkonzern Google oder die Citigroup, aber auch der Internationale Währungsfonds schon betroffen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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