Ermittlungen
CIA-Affäre: Bush zittert um seine Top-Berater

Die Stimmung im Weißen Haus ist angespannt wie noch nie. Präsident George W. Bush sei frustriert und wütend, räumen enge Mitarbeiter ein.

WASHINGTON. Die Aussicht, dass in der Affäre um die enttarnte CIA-Agentin Valerie Plame eine Anklage auch das politische Nervenzentrum Amerikas treffen könnte, drücke gewaltig auf das Nervenkostüm, heißt es. „Wir wollen, dass diese Woche so schnell wie möglich vorbeigeht“, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter.

Ausgerechnet zwei der einflussreichsten Köpfe im Küchenkabinett des Präsidenten sind ins Visier des Sonderermittlers Patrick Fitzgerald geraten. Sowohl der Stabschef von Vizepräsident Dick Cheney, Lewis Libby, als auch Bushs Top-Berater Karl Rove stehen unter Verdacht. Im Kern geht es um die Frage, ob sie die Identität der CIA-Agentin Plame enthüllt haben, um Gegner des Irak-Krieges einzuschüchtern.

Wer bewusst den Namen und die Funktion eines verdeckt arbeitenden Spions preisgibt, begeht Geheimnisverrat, der mit einer mehrjährigen Haftstrafe geahndet werden kann. Ein geringeres Strafmaß droht im Falle von Meineid oder Falschaussage. Sollte einem Mitglied der US-Administration ein entsprechendes Vergehen nachgewiesen werden, bedeutete dies einen massiven Glaubwürdigkeitsverlust für die Regierung. Ein Rücktritt wäre unvermeidlich.

Da sowohl Libby als auch Rove zu den ideologischen Chefplanern des Irak-Krieges gehören, würde eine Anklage eine neue Debatte über den Feldzug auslösen. Kritiker würden erneut die Rechtfertigungsszenarien des Weißen Hauses genau unter die Lupe nehmen. Bush müsste nicht nur einen oder einige seiner wertvollsten Strategen opfern. Der Präsident selbst geriete im Zuge der personalpolitischen Erschütterungen ins Zentrum der Debatte. Einen Tag, nachdem der 2000. US-Soldat im Irak getötet wurde und kein Ende der Kämpfe in Sicht ist, käme eine aufbrandende Grundsatzdiskussion für Bush zur Unzeit.

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