Ermittlungen eingeleitet
Bush fordert hartes Vorgehen gegen Misshandler

US-Präsident George W. Bush hat ein hartes Vorgehen gegen diejenigen gefordert, die für die Misshandlung von irakischen Häftlingen verantwortlich sind. Unterdessen werden neue Vorwürfe laut.

HB WASHINGTON. Bush habe dies gegenüber Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zum Ausdruck gebracht, sagte Präsidentensprecher Scott McClellan. Der Präsident wolle zudem wissen, ob es sich um Einzelfälle oder um ein Problem größeren Ausmaßes handele, verlautete aus Regierungskreisen. Im Irak berichteten am Dienstag weitere Ex-Häftlinge über Misshandlungen durch US-Soldaten. Als Reaktion auf solche Berichte haben die USA der „Washington Post“ zufolge Spezialisten in den Irak entsandt, die dort das Gefängnispersonal schulen sollen.

Der Präsident wolle sicherstellen, dass gegen diejenigen, die für diese schändlichen und entsetzlichen Taten verantwortlich seien, angemessen vorgegangen werde, sagte McClellan. Bush wolle auch eine umfassende Untersuchung zur Behandlung von Häftlingen „im gesamten irakischen Gefängnis-System“.

In den USA entbrannte unterdessen ein Streit darüber, wer für den Skandal verantwortlich ist. Abgeordnete der Demokraten warfen Generalstabchef Richard Myers vor, den Bericht der US-Armee über die Misshandlungen nicht einmal gelesen zu haben. Das Verteidigungsministerium räumte ein, dass auch Rumsfeld den Bericht des Oberbefehlshabers der US-Truppen im Irak, General Ricardo Sanchez, nicht gelesen habe. In dem Bericht ist von schweren, auch sexuellen Misshandlungen irakischer Gefangener im Abu-Ghraib-Gefängnis bei Bagdad die Rede. Die für das Gefängnis ehemals zuständige US-Generalin Janis Karpinski sagte, auch Sanchez trage eine Mitverantwortung für die Zustände in dem Gefängnis.

Neue Vorwürfe

In Bagdad berichteten weitere Ex-Häftlinge über Misshandlungen. „Wenn mich die Amerikaner wieder festnehmen und hierher (ins Abu Ghraib-Gefängnis) schaffen, bringe ich mich um“, sagte Schaaban el Dschanabi, der im Dezember 25 Tage in der Haftanstalt festgehalten wurde. Die Häftlinge seien wiederholt geschlagen worden. Zehn Tage lang habe man sie mit verbundenen Augen und in Handschellen mit einer Flasche Wasser pro Tag unter freiem Himmel auf einer Schotterfläche sitzen lassen. Auch in anderen Lagern kam es offenbar zu Misshandlungen, wie Ex-Häftling Abdullah el Dulaimi berichtete, der an der Grenze zu Syrien festgehalten wurde. Er sei ständig geschlagen worden, an seinen Penis seien Elektrodrähte angebracht worden.

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